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Personalwirtschafts-Preis 2003: Mensch und Markt im Visier

Es verwundert kaum: In Zeiten, da Massenentlassungen um sich greifen, fallen jene Firmen positiv auf, die dem Trend mit cleveren Konzepten zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zur Erhaltung der Employability ihrer Mitarbeiter entgegenwirken. Beeindruckt von derartigen Programmen zeigten sich jedenfalls die Juroren des Deutschen Personalwirtschafts-Preises, der anlässlich der Messe Zukunft Personal am 17. September 2003 in Köln verliehen wurde.

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis - bislang unter dem Namen HR-Award bekannt und in diesem Jahr schon zum elften Mal von der Zeitschrift Personalwirtschaft vergeben - ging an die Deutsche Telekom, Bonn. Ihr war das Kunststück gelungen, durch ein Programm zur Neu- und Umqualifizierung von Mitarbeitern teure Kündigungen zu verhindern. Statt ältere Angestellte aus Abteilungen mit Personalüberschuss in die Arbeitslosigkeit zu entlassen und vakante Stellen in anderen Bereichen mit Neuzugängen zu besetzen, hoben die Personalplaner und Qualifikationsexperten des Konzerns eine ebenso sozialverträgliche wie wirtschaftliche Lösung aus der Taufe, die es möglich machte, 10.000 Mitarbeiter intern zu vermitteln.

Die Telekom hat ein Qualifikationsraster zur Erkennung von Kompetenzen erstellt

Für das Programm wurden mehr als 3.000 unterschiedliche Tätigkeiten bei der Telekom hinsichtlich der Fähigkeiten, die sie den Beschäftigten abverlangen, unter die Lupe genommen. Dabei hat man zwischen Basisfähigkeiten wie Computerkenntnissen und spezielleren Fähigkeiten wie der Kenntnis einer bestimmten Software unterschieden. Tätigkeiten, die gleiche Basisfähigkeiten voraussetzen, wurden zu Qualifikationsclustern zusammengefasst. Anhand des so erstellten Kataloges ließ sich gemeinsam mit den Angestellten austüfteln, wer in welche Position wechseln könnte und inwiefern er dafür um- bzw. weiterqualifiziert werden muss. Fit gemacht für ihre neuen Aufgaben wurden die Betroffenen nicht nur in Seminaren, sondern auch am neuen Arbeitsplatz.

Während es bei der Telekom um Beschäftigungssicherung ging, stellten sich die Zweit- und Drittplatzierten - die beiden Maschinenbaufirmen Honsel GmbH & Co. KG aus Meschede und KSB AG aus Frankenthal - dem anderen großen Personal-Thema der heutigen Zeit: der Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit. Honsel wurde für ein Programm ausgezeichnet, mit dem krankheitsbedingte Ausfallzeiten erheblich gesenkt werden konnten. Es umfasste u.a. Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, subventionierte Mitgliedschaften in Fitnessstudios, Gesundheitszirkel sowie Verlosungen für Mitarbeiter mit keinen oder geringen Fehlzeiten.

Die KSB AG fördert die Leistungsfähikgeit älterer Mitarbeiter

Die KSB AG nahm sich indes einer ganz speziellen Mitarbeitergruppe an: den älteren Beschäftigten. Durch die natürliche Fluktuation und Frühverrentungen war dem Unternehmen zunehmend mehr wichtiges Know-how abhandengekommen. Zugleich war abzusehen, dass es angesichts des demographischen Wandels in Zukunft schwieriger würde, neue Mitarbeiter zu rekrutieren. Die Firma reagierte darauf, indem sie Maßnahmen entwickelte, die älteren Mitarbeitern den Verbleib im Unternehmen attraktiv machen. Dazu gehört eine neu gestaltete betriebliche Altersversorgung ebenso wie ein Arbeitsumfeld mit weniger Termindruck, Qualifizierungsangebote, die dem Lernstil der Älteren gerecht werden, sowie Trainings für jüngere Manager, die Älteren vorgesetzt sind.
Autor(en): (jum)
Quelle: Training aktuell 10/03, Oktober 2003
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