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Neuer Coachingansatz stellt die Beziehung in den Prozessmittelpunkt

'Der Coachingklient ist die Beziehung.' So definiert Ralf Friedrich vom Beratungsinstitut German Project Solutions den neuen Coachingansatz 'Organization and Relationship Systems Coaching' (ORSC), zu deutsch: Beziehungscoaching. Also nicht die Individuen stehen im Fokus des Coachingprozesses, sondern deren Beziehung zueinander.

Ziel des in Amerika entwickelten Verfahrens ist es, die Beziehung tragfähiger zu gestalten. Dazu müssen Wege erarbeitet werden, mit denen die Beteiligten die Probleme managen können. Denn laut Friedrich lassen sich 70 Prozent der Probleme nicht ausmerzen, sondern sind in der Beziehung immanent vorhanden.

Ein Beispiel: Ein Kunde beklagt sich über die unzureichende Leistung eines Produktes. Grund für die Beschwerde: Um den Umsatz zu steigern, hatte der Vertrieb beim Kunden Erwartungen geweckt, die das Produkt nicht erfüllen konnte. Da die Geschäftsbereiche Produkt und Vertrieb unterschiedliche Interessen verfolgen, ist ein Konflikt zwischen den Parteien quasi programmmiert. Um den Schaden dennoch gering zu halten, geht 'die Beziehung der Parteien ins Coaching'.

Begrenzt wird das Coachingfeld von vier Eckpfeilern. Eckpfeiler eins legt fest, dass der Klient die Beziehung ist, nicht die Beteiligten. Gefragt wird also, was die Beziehung braucht, um zu funktionieren, nicht, was die Mitwirkenden wollen. Eckpfeiler zwei begreift die Beziehung als kreativ, kraftvoll und gesund. Soll heißen: Selbst innerhalb gestörter Beziehungen können Probleme gemanagt werden. Eckpfeiler drei veranlasst den Coach, alle für das Beziehungssystem wesentlichen Parameter auszumachen und in den Coachingprozess zu integrieren. Eckpfeiler vier schließlich fordert den Coach auf, die Beziehung als bewusste und absichtsvolle Allianz zu gestalten.

Neben den vier Eckpfeilern existieren im Beziehungscoaching so genannte Meta-Skills. Gemeint sind damit Haltungen und Werte wie Respekt, Demokratie, Zusammenarbeit und Aufmerksamkeit, die der Coach dem Prozess zugrunde legen soll, damit diese das Verhältnis zwischen den Klienten 'positiv aromatisieren'.

Zudem gibt es im Beziehungscoaching die drei Dimensionen Relationship Intelligence, Relationship Geography und Relationship Path. Sie zeigen sowohl, woran es der Beziehung mangelt, als auch, wie der Mangel behoben werden kann. So befasst sich Geography Relationship etwa mit den Strukturen innerhalb der Organisation. Mögliches Problem in diesem Bereich: ein gestörtes Rollenverständnis. Die Lösung: Verantwortlichkeiten klären.

Die beiden anderen Dimensionen, die der Coach analysiert, sind das emotionale Engagement innerhalb der Beziehung (Intelligence) sowie Visionen, Strategien und Wege (Path) im Arbeitsverhältnis.
Autor(en): (ahe)
Quelle: Training aktuell 01/06, Januar 2006
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