Inspiration

Neuer Coachingansatz 'Immunity to Change'

Immun gegen Veränderungen?

Sich mit Veränderung zu beschäftigen, ist häufig sehr ernüchternd. Ob bei Unternehmen oder Individuen: Selten führen Veränderungsbemühungen zu den gewünschten Ergebnissen. Ein neuer Ansatz aus den USA will das ändern. Johannes Willms, der erste Immunity-to-Change-Coach in Deutschland, erklärt, wie.
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Das körperliche Immunsystem dient der Abwehr von Gefahren. Es verteidigt uns gegen schädliche Eindringlinge wie Bakterien oder Viren. Manchmal reagiert es jedoch auch auf ungefährliche Stoffe, wie bei Aller-gien. Betroffene wissen, wie schmerzhaft und einschränkend das ist. Die Harvard-Psychologen Bob Kegan und Lisa Lahey sind überzeugt, dass auf psychischer Ebene ein vergleichbarer Prozess abläuft, der uns völlig unbewusst ist. Dieser Prozess, für den die beiden Wissenschaftler die Metapher des psychischen Immunsystems geprägt haben, macht Veränderung so schwierig. Denn dieses Immunsystem blockiert Verhaltensweisen, die es als gefährlich für uns einstuft, und verhindert so unbewusst Verhaltensänderungen, die wir bewusst mühsam anstreben – in der besten Absicht, uns vor Gefahren zu schützen.

Auf der Grundlage von 30 Jahren Forschung haben Kegan und Lahey deshalb ein Verfahren zur Unterstützung von Veränderungsprozessen entwickelt. Dieser Ansatz, den die beiden Experten für Erwachsenenbildung 'Immunity to Change' nennen, beinhaltet Anwendungen für individuelles Coaching, für die Arbeit mit Teams und vielversprechende Versuche für die Arbeit mit Organisationen. Er baut auf der von Kegan weiterentwickelten konstruktivistischen Entwicklungspsychologie auf und verbindet konsequent Theorie und Praxis. Kernstück im Coaching ist die Diagnose eines Immunsystems, das den Coachee davon abhält, die Veränderung zu erreichen, die er anstrebt. Das weitere Verfahren unterstützt ihn dann dabei, sein Immunsystem zu steuern – anstatt sich von seinem Immunsystem steuern zu lassen.

Anders als bei anderen Ansätzen geht es dabei weder um das Training von neuen Verhaltensweisen noch um den Austausch von inneren Glaubenssätzen. Der Immunity-to-Change-Ansatz arbeitet an der Schnittstelle zwischen Verhalten und Denken: Mit rationalen Methoden geht der Coach mit dem Coachee daran, ihm einschränkende Annahmen, die seinem Handeln zugrunde liegen, bewusst zu machen.

Extras:
  • Literaturtipp: Robert Kegan, Lisa Laskow Lahey: Immunity to Change. How to overcome it and unlock the potential in yourself and your organization. Harvard Business Review Press, Cambridge 2009, 32,95 US-Dollar
  • Linktipp: Downloadmöglichkeit für das Formular zur Erstellung eines 'Röntgenbildes des Immunsystems'
  • Termintipp: Tages-Workshop 'Immunity-to-Change'

Autor(en): Johannes Willms
Quelle: Training aktuell 06/14, Juni 2014, Seite 18-20
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