Know-how

Neue Großgruppenmethode: Wie man Wissen zum Fließen bringt

Dass Wissen Macht bedeutet, haben mittlerweile die meisten Unternehmen erkannt. Konsequenterweise suchen sie deshalb nach Wegen, das Wissen der Mitarbeiter zu bündeln und zu fördern. Eine neue Form der unternehmensinternen Wissensvermittlung bietet der Linzer Personal- und Organisationsentwickler Josef Oberneder mit seiner Großgruppenmethode Knowledge Flow Meeting© (KFM).

Oberneders Ansatz beruht auf der These, dass Wissenszuwachs nur durch Kommunikation möglich ist. Deshalb versammelt der österreichische Berater zwischen 30 und 100 Mitarbeiter eines Unternehmens kurzerhand um einen Tisch. Präziser formuliert: Oberneder konzipiert für sein Wissensmeeting eine Sitzordnung, bestehend aus mehreren im Kreis angeordneten Tischen, die symbolisch die Unternehmensstruktur abbildet. An den Tischen im Inneren des Kreises, also im Zentrum angesiedelt ist der Vorstand, an den äußeren Tischen, der Peripherie, die verschiedenen Abteilungen mit einem Querschnitt ihrer Mitarbeiter. Diese Anordnung soll den Wissensfluss zwischen Zentrum und Peripherie des Unternehmens sowie der Umwelt garantieren. Wie wichtig dieser Fluss ist, macht Oberneder am Beispiel Kundenzufriedenheit deutlich: 'Nicht der Vorstand hat Kundenkontakt, sondern Abteilungen wie Service und Vertrieb. Diesen Bereichen fehlt jedoch oftmals ein Weg, ihr Wissen über die Kunden in Richtung Vorstand zu kommunizieren.'

Die Wissenskanäle öffnen will Oberneder mit fünf Stationen. Den Auftakt bildet die 'kognitive Vorbereitung'. In diesem Schritt wird zunächst das Thema des Meetings erhoben. Anschließend sorgt der Leiter des Meetings mit einem Impulsreferat dafür, dass alle Teilnehmer über die gleichen kognitiven Voraussetzungen verfügen. Soll heißen: In einem Meeting zur Visionssuche verstehen alle Teilnehmer, was der Begriff Vision bedeutet und warum Visionen wichtig sind.

Sind die kognitiven Rahmenbedingen geschaffen, geht es darum, eine 'emotionale Bindung' zum Thema aufzubauen. 'Der KFM-Leiter überzeugt die Mitarbeiter mit sanftem Druck von der Dringlichkeit des Themas', umschreibt Oberneder die Notwendigkeit, Commitment herzustellen.

Wenn Engagement und Motivation geweckt sind, beginnt der 'organisierte Austausch'. Methodisch erfolgt er mit Hilfe des so genannten Knowledge Flow Artikels: Jede Gruppe verfasst aus ihrer Perspektive einen Bericht zu Thema, Aufgabenstellung, Kernproblem sowie Folgerungen und Lösungen. Anschließend lesen die Gruppen ihre Artikel im Plenum vor. 'Die einzelnen Vorträge präsentieren das kollektive Wissen', erläutert Oberneder. Weitere Effekte des Knowledge Flows: Die Teilnehmer versetzen sich in fremde Sichtweisen und generieren auf diese Weise neues Wissen und neue Handlungsoptionen. Zudem erfahren die Mitarbeiter, dass ihre spezielle Expertise zum Thema bedeutsam ist.

Nach dem eigentlichen Akt des Knowledge Flows tauschen die Teilnehmer in der Kleingruppe ihre Eindrücke aus. Abschließend diskutieren die Beteiligten in der Phase 'Evaluierung' im Plenum die wesentlichen Punkte des Meetings, die vom KFM-Leiter resümiert und dokumentiert werden.
Infos unter e-Mail: josef.oberneder@mag.linz.at.
Autor(en): (ahe)
Quelle: Training aktuell 07/05, Juli 2005
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