Know-how

Mit GroupField® Teams aufeinander einschwören

Hilfe beim Formieren von Teams verspricht die Methode GroupField®. Bei dieser handelt es sich um einen systemischen Ansatz, den der US-amerikanische Psychologe Dyrian Benz-Chartrand entwickelt hat,
und der auf der Annahme basiert, dass Teams erst dann leistungsfähig sind, wenn sie sich in einem Prozess der Selbstorganisation eine gemeinsame Basis erarbeitet haben. 'Motivation entsteht fast immer automatisch, wenn dem Team die Chance gegeben wird, sich als systemische, lebende Ganzheit zu erfahren', erklärt Rainer Kirstätter, Vorstand der Gesellschaft für systemische Praxis e.V., Mannheim, der in Kooperation mit Benz-Chartrand seit kurzem GroupField®-Begleiter ausbildet.

Der GroupField®-Begleiter leitet die Selbstorganisation des Teams an. Diese geschieht, indem sich die Teammitglieder ohne vorgegebene Ziele in wechselnden Kleingruppen mit Themen ihrer Gruppenrealität beschäftigen. Das können z.B. Vorstellungen über die Zukunft des Unternehmens sein, oder es könnte thematisiert werden, wie an Aufgaben herangegangen wird. Die Aufteilung des Teams in Untergruppen, deren Mitglieder jeweils ähnliche Ansichten haben, bildet ein zentrales Element des Selbstorganisations-Prozesses.

In dieser Phase ist der GroupField®-Begleiter gefordert, zwischen den Positionen zu vermitteln. Er arbeitet darauf hin, dass vermeintliche Konfliktpositionen - z.B. unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft des Unternehmens - nicht mehr als konkurrierend erfahren werden nach dem Motto 'ich habe Recht, du hast Unrecht'. Sie sollen vielmehr als Aspekte unterschiedlicher Sichtweisen erkannt werden. Erfahrungsgemäß stellt sich sogar oftmals heraus, dass Anhänger unterschiedlicher Ansichten Gemeinsamkeiten haben. D.h: Harte Fronten werden erweicht.

Die innere Haltung des Begleiters spielt bei dem Prozess eine zentrale Rolle. Der Begleiter lebt den Teilnehmern die Akzeptanz und Wertschätzung des anderen, das Recht auf eine individuelle, selbst gesteuerte Entwicklung und den Respekt vor Eigensinn und Eigenständigkeit vor.

Diese Haltung ermöglicht es dem Ansatz zufolge, dass sich jedes Teammitglied angenommen, zugehörig, verbunden und zugleich eigenständig fühlt. Ist dieser Zustand erreicht, kann das Team externen Anforderungen gerecht werden, wie sie z.B. aus Unternehmenszielen und Teamaufgaben resultieren, und Leistung entfalten.
Eine Weiterbildung zum GroupField®-Begleiter unter Leitung von Kirstätter und Benz-Chartrand findet ab dem 29. April 2005 beim Odenwald-Institut, Wald-Michelbach, statt. Sie umfasst zwölf Tage in vier Blöcken. Am 30. Januar 2005 gibt es zudem einen Info-Nachmittag zur Ausbildung. Die Teilnahme kostet 10,- Euro.

Prinzipien bei GroupField®
  • Über die Neigung zu bestimmten Positionen oder Themen bilden sich Untergruppen.
  • Die Teilnehmer wechseln oft und spontan die Untergruppen, gesteuert durch Kompetenzen, Konflikte und Interessen.
  • Durch den häufigen Wechsel nach persönlicher Neigung kann jeder Teilnehmer sein Potenzial besonders gut in die Gruppe einbringen.
  • Die Teilnehmer sind ständig in Untergruppen aktiv, agieren aber gleichzeitig auch in der Gesamtgruppe.
  • Niemand ist ausgeschlossen, und niemand dominiert das System.
  • Niemand muss allein arbeiten. Gleichzeitig wird jede Vorstellung bedeutsam für die Gesamtheit.
  • Die Erfahrung, dass sich das verfügbare Potenzial durch die Gesamtheit 'Gruppe' steigert, vermindert Gefühle der Vereinzelung und relativiert die Bedeutsamkeit der Individualität.
  • Wechselseitige Verbundenheit, Verantwortung und Unterstützung werden bewusst erfahren.
    Autor(en): (aen)
    Quelle: Training aktuell 10/04, Oktober 2004
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