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Übersicht AnsprechpartnerWer als Coach oder Therapeutin Menschen in Veränderungsprozessen unterstützt, greift in der Regel auf eine Vielzahl von Methoden, Ansätzen und Tools zurück. Der Autor und Diplom-Psychologe Frederic Linßen hat in seinem neuen Buch eine weitere Anwendung entwickelt, die er als „erste bildbasiert-autosuggestive Schluckimpfung“ bezeichnet. Dieses „Wundermittel“ in Form einer bedruckten Ess-Oblate nennt er „Changer“. Die kleinen, dünnen Gebäckunterlagen enthalten keine Wirkstoffe, sehen jedoch aus wie Medikamente und werden als offene Placebos verabreicht.
Dabei bezieht sich der Autor auf vorherige Ansätze wie die „Technik der imaginären Pille“ nach Steve de Shazer, das therapeutische Zaubern nach Annalisa Neumeyer oder den Vorläufer „Suggestin“ von Ben Furman. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie den lösungsorientierten Heilungsverlauf auf einer anderen Ebene begleiten, beschleunigen und/oder intensivieren.
Im Beratungskontext werden die Changers laut Linßen gemeinsam in einem mehrstufigen Prozess erarbeitet und können beim Autor auf dessen Website zur Fertigstellung in Auftrag gegeben werden. Je nach Anliegen werden die Oblaten um individuelle Wirkerwartungen auf Dose und Beipackzettel ergänzt. So entstehen dann Präparate wie „Gelassenheit forte“ oder „Sonnenschein akut“ mit Wirkungsbeschreibung, Dosierung und Nebenwirkungen („fördert Wohlwollen und Empathie“).
Um die Wirksamkeit von (offenen) Placebos zu belegen, befasst sich Linßen eingehend mit der Placebo-Forschung im medizinischen und psychologischen Bereich und deren Wirkmechanismen. Den Erfolg seiner Methode untermauert der Autor zudem mit Ergebnissen aus empirischen Erhebungen. Außerdem bietet er hilfreiche Fragestellungen und Formulierungshilfen für den praktischen Einsatz.
TA-Fazit: Sehr bereichernde Lektüre, die eine positive und überzeugende Methode vorstellt.