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Lernende Regionen: Unterstützung für die Weiterbildung von KMU

Insgesamt 73 Lernende Regionen gibt es derzeit in Deutschland. Zu ihren Nutznießern zählen u.a. kleine und mittelständische Unternehmen, die sich Weiterbildung bislang nicht leisten konnten. Unter den vom BMBF geförderten Projekten befinden sich nämlich auch einige PE-Programme. Training aktuell stellt drei von ihnen vor.

'Lernende Regionen' - schon hundert Mal gehört, doch was verbirgt sich eigentlich genau hinter dem Konzept? Wer sich näher mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Europäischen Union geförderten Projekt beschäftigt, stellt schnell fest: Hinter den rund 73 Initiativen und Netzwerken steckt weitaus mehr als das Präsentieren von regional tätigen Weiterbildungsanbietern auf so genannten Lernfesten.
Ziel aller Programme ist es, wichtige Akteure aus unterschiedlichen Bildungsbereichen zusammenzuführen, damit gemeinsam neue Angebote für das lebenslange Lernen im Rahmen einer regionalen Strategie entwickelt werden können. Neben Angeboten wie der Förderung von lernschwachen Schülern, dem Ausbau der Medienkompetenz von Jugendlichen oder der bedarfsorientierten Qualifizierung von Migranten wurden in diesem Zuge auch einige Personalentwicklungsprogramme für Unternehmen aus der Taufe gehoben.

Weiterbildung in kleinen Unternehmen ermöglichen

Die Lernende Region Landkreis Emmendingen beispielsweise wartet mit dem 'Personalentwicklungs-Kolleg' auf. Laut Projektleiter Andreas Feller von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH des Landkreises Emmendingen wendet sich das PE-Kolleg in erster Linie an kleine Unternehmen, bei denen Weiterbildung wegen mangelnder Zeit, fehlendem Geld und geringer Motivation in der Regel nicht stattgefunden hat.

Für nur 1.100,- Euro - möglich ist dies durch eine 80-prozentige Förderung des Programms - werden sie jetzt dabei unterstützt, ihre Unternehmensführung zu professionalisieren und ihre Mitarbeiter bedarfsgerecht zu qualifizieren. Zu diesem Zweck nehmen die Geschäftsführer und Personalverantwortlichen an insgesamt fünf Workshops zu Themen wie Kundenorientierung und Personalführung/Organisation teil. Der Start-Workshop dient der Bedarfsanalyse und Festlegung der Schwerpunktthemen.

'Was konkret im Workshop behandelt werden soll, bestimmen die acht bis zwölf Teilnehmer zum großen Teil mit', sagt Feller. Diese Ausrichtung an der Praxis wird zudem durch die sich an die Workshops anschließende Prozessbegleitung deutlich: An zwei bis drei Tagen besucht der Trainer den Betrieb, um Optimierungsmöglichkeiten auszuloten und die Unternehmen bei der Umsetzung der Workshop-Ergebnisse zu beraten. U.a. werden auch betriebsspezifische Weiterbildungen für die Mitarbeiter vorgeschlagen. Vier halbtägige Seminare für jeweils maximal zwei Mitarbeiter sind nämlich ebenfalls im PE-Kolleg integriert.

Das Projekt 'Bildungscoaching für KMU': Beratung für junge Unternehmen

Unternehmensspezifische Weiterbildung lautet auch das Stichwort beim Projekt 'Bildungscoaching für KMU', das im Rahmen der Lernenden Region Mittleres Mecklenburg - Küste gefördert wird. Nach Auskunft des Projektleiters Werner Kunth konzentriert man sich auf Beratungsleistungen für junge Unternehmen bis zum fünften Existenzjahr. Ihnen soll geholfen werden, die eigenen Geschäftsprozesse in Gang zu bringen. Hierzu analysieren ein oder mehrere Berater aus der jeweiligen Branche - laut Kunth kann auf ein Netzwerk mit mehr als 70 Coaches für unterschiedliche Themengebiete zurückgegriffen werden - die Unternehmenssituation vor Ort. Ziel ist es, die konkreten wirtschaftlichen Anforderungen zu ermitteln, damit die Firmen die dafür benötigten Kompetenzen aufbauen können. Entsprechend dieser Bildungsbedarfsanalyse werden den Unternehmen Qualifizierungsmaßnahmen für ihre Mitarbeiter vorgeschlagen bzw. passendes Personal vermittelt.

Networking in Berlin durch Bildungsmanager

Beim LernNetz Berlin-Brandenburg (LNBB) e.V. sind so genannte Bildungsmanager unterwegs, um kleinen und mittelständischen Unternehmen aus der Region passgenaue Bildungsangebote zu unterbreiten. Die Bildungsmanager pflegen engen Kontakt zu verschiedenen Wirtschaftsverbänden, den örtlichen Kammern und zu den Bildungsträgern aus der Region. Zudem besuchen sie Messen und andere Veranstaltungen für den Bildungsbereich, nehmen an Unternehmer-Stammtischen teil u.ä. Ziel des regen Networkings ist es laut Bildungsmanagerin Barbara Edelmann, umfassendes Wissen über die wirtschaftliche Entwicklung und über den Weiterbildungsmarkt zu erwerben. 'So können wir die Unternehmen aufklären, welche Kompetenzen für sie und ihre Mitarbeiter wichtig sind und mit welchen Weiterbildungsmaßnahmen sie angemessen auf den Markt reagieren können', erläutert Edelmann. Wo es sinnvoll erscheint, werden zudem Weiterbildungskooperationen organisiert.

Insgesamt drei Bildungsmanager hat das LNBB engagiert. Als Mitarbeiter der so genannten Lernläden in Berlin-Pankow, Berlin-Neukölln und Königswusterhausen stellen sie ferner eine Informationsquelle und Schnittstelle zu den dort tätigen Bildungsberatern dar. 'Die Bildungsberater stehen jedem Bürger mit Rat und Tat zur Seite - geht es um die Erstausbildung, um spezielle Fortbildungen oder um Existenzgründung', sagt Edelmann. Der berufliche Bezug stehe nicht immer im Vordergrund. So werden auch Senioren beraten, die im Alter aktiv ihre Freizeit gestalten wollen. Schließlich haben sich die Lernenden Regionen dem lebenslangen Lernen verschrieben.
Autor(en): (pwa)
Quelle: Training aktuell 09/04, September 2004
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