Tools&Technik

Learning Delphi 2008: E-Learning trifft Wissensmanagement

Von Hype keine Spur: Web 2.0 ist in der Weiterbildung angekommen und in vielen Unternehmen fester Bestandteil des E-Learning. So lautet eine der Kernbotschaften des 'Learning Delphi 2008'. Das Essener MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung hat 53 Experten – Wissenschaftler ebenso wie Anwender und Produzenten von Lernangeboten – zu der Frage interviewt, wie die E-Learning-Welt in drei Jahren aussieht, und ihre Antworten in Form eines Trendmonitors veröffentlicht.

Besonders große Bedeutung für das zukünftige Lernen in deutschen Unternehmen haben nach Ansicht der Experten Tools, die die Generierung, Organisation und Konservierung von Wissen unterstützen: Auf Platz eins landen Lerner-Communities bzw. Social Networks (87 %), dicht gefolgt von Wikis (80 %) und semantischen Suchmaschinen (69 %). Ihr Einsatz führe auf lange Sicht dazu, dass Lernen und Wissensmanagement zusammenwachsen und Lernen peu à peu in der Eigeninitiative der Mitarbeiter und weniger in der Planung der HR-Abteilung liege. 'Learning on Demand lautet das Stichwort der Zukunft', schlussfolgert Dr. Lutz Goertz, Bildungsforscher beim MMB-Institut.

Dazu passt, dass die Experten gleichzeitig einen Trend zur Modularisierung attestieren. 85 Prozent von ihnen sind überzeugt, dass es bis 2011 frei verfügbare Tools geben wird, mit denen E-Learning-Content bearbeitet und wiederverwertet werden kann. Fast die Hälfte rechnet damit, dass sich Open Content stärker durchsetzt und jeder Lerncontent verändern und weiter vertreiben kann. Sprich: Aus umfassenden Inhalten werden individuelle Wissenshäppchen erstellt, die das Lernen am Arbeitsplatz optimieren.

Weniger im Trend scheint dagegen das klassische E-Learning zu liegen: Fast die Hälfte der befragten Experten halten Lernplattformen und Learning-Management-Systeme (LMS) für Themen mit abnehmender Bedeutung, auch CBT und WBT werden als weniger interessant eingestuft. Diese Entwicklung möchte Lutz Goertz indes nicht als Abwertung des formellen Lernens verstanden wissen. 'Auffällt, was neu ist', betont er. 'LMS & Co. haben sich etabliert und gehören zum Standardequipment vieler Unternehmen. Web 2.0 und informelles Lernen sind dagegen relativ neue Erscheinungen. Über sie wird automatisch mehr gesprochen.'

Autor(en): (stb)
Quelle: Training aktuell 08/08, August 2008
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