Know-how

Kunst im Change Management: Mit Bildern Gefühle entdecken

Führungskräften ist oftmals nicht bewusst, dass Umstrukturierungen im Unternehmen bei ihren Mitarbeitern Emotionen auslösen, die, wenn sie nicht berücksichtigt werden, die geplanten Veränderungen behindern können. Doch das erforderliche Gespür sowohl für die eigene Gefühlswelt auch für die ihrer Mitarbeiter kann Führungskräften vermittelt werden - und zwar mit Schere und Kleber, Pinsel und Farbe. Zumindest ist das die Ansicht von Elke Pfeifer-Nagel, Partnerin der Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner in Bruchsal, die Manager mit bildnerischen Mitteln sensibilisieren möchte. Bilder sind deshalb auch das zentrale Element ihrer Workshops.

Zu Beginn des Workshops wählen die Teilnehmer aus einer Reihe von Bildern dasjenige, das ihnen am meisten zusagt, etwa eine Landschaft von Monet oder ein Porträt von Picasso. 'Das ist für viele Manager bereits eine Herausforderung', so die Wirtschaftspsychologin und Kunsttherapeutin Pfeifer-Nagel. Denn Manager bauen primär auf ihren Verstand, nicht auf ihre persönlichen Vorlieben und Empfindungen, weiß sie.

Die nächste Hürde besteht darin, die Wahl des Bildes zu erläutern. Im Klartext: Die Führungskräfte müssen über Emotionen sprechen. Dieser Austausch ist nach Meinung der Beraterin besonders wichtig, weil den Managern bewusst werden soll, dass Gefühle auch in beruflichen Situationen eine entscheidende Rolle spielen - und ganz besonders in Veränderungsprozessen.

Dass neben Vorlieben und Abneigungen noch andere Gefühle bei Veränderungen im Spiel sind, zeigt das weitere Vorgehen. Die Führungskräfte sollen nämlich im nächsten Schritt die Bilder untereinander austauschen und in jeweils zehn Teile zerschneiden. 'Dieser Akt, der bei den meisten Teilnehmern auf Widerspruch stößt, symbolisiert die Zerstörung lieb gewonnener Abläufe und Muster', erklärt die Beraterin. Er soll den Managern vor Augen führen, dass bei Umstrukturierungen Abschied nehmen angesagt ist. Das Gute daran: In jedem Ende steckt ein Anfang. Deutlich werden soll das, wenn die Workshopteilnehmer aus fünf Teilen ihres anfänglich gewählten Bildes mit Hilfe von Bastel- und Malutensilien ein neues Werk erschaffen. 'Das neue Bild soll den Managern zeigen, dass es sich lohnen kann, unbekanntes Terrain zu betreten', meint Pfeifer-Nagel.

Am Ende des Workshops, so die Beraterin, sollen die Führungskräfte alle Phasen eines Veränderungsprozesses durchlebt haben - besonders in emotionaler Hinsicht. Denn nur Führungskräfte, die die gesamte Gefühlspalette von Abwehr bis Akzeptanz am eigenen Leib erfahren haben, können ihren Mitarbeitern helfen, Veränderungen zu meistern.
Autor(en): (ahe)
Quelle: Training aktuell 12/07, Dezember 2007
Wir setzen Analyse-Cookies ein, um Ihre Zufriedenheit bei der Nutzung unserer Webseite zu verbessern. Diese Cookies werden nicht automatisiert gesetzt. Wenn Sie mit dem Einsatz dieser Cookies einverstanden sind, klicken Sie bitte auf Akzeptieren. Weitere Informationen finden Sie hier.
Akzeptieren Nicht akzeptieren
nach oben Nach oben