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Konflikttrainings im Test: Zehn von elf lohnen sich

Stiftung Warentest hat zum zweiten Mal nach 2004 bundesweit Konfliktmanagementkurse getestet. Testsieger ist – wie bereits vor fünf Jahren – das dreitägige Seminar 'Konstruktives Konfliktmanagement' von Telekom Training. Zehn der elf getesteten Kurse waren ihr Geld wert – nur bei den AGB hapert es, urteilen die Bildungstester in der Juli-Ausgabe von 'test'.

Ungelöste Konflikte in Unternehmen kosten die Wirtschaft jedes Jahr Millionen: Sie führen zu Mängeln in der Projektarbeit, entgangenen Aufträgen, Fluktuation und kranken Mitarbeitern. Bereits in Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern verursachen Konflikte einen Schaden von über 500.000 Euro jährlich, wie eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zeigt. Immer mehr Unternehmen finanzieren ihren Mitarbeiter daher Konfliktmanagementseminare. In diesen sollen Berufstätige lernen, wie sie mit Konflikten im Job besser umgehen können. Wie hilfreich die Kursangebote zum Konfliktmanagement jedoch wirklich sind, wollte Stiftung Warentest wissen: Zwischen August und Dezember 2008 besuchten die Bildungstester Grundlagenkurse zum Konfliktmanagement von sechs privaten Seminaranbietern und fünf Volkshochschulen.

Angebot und Nachfrage im Soft-Skill-Segment gestiegen

Die VHS-Kurse standen dabei erstmals auf dem Prüfstand. Im Testlauf vor fünf Jahren reichte das Angebot im Volkshochschulsegment noch nicht für eine repräsentative Stichprobe aus. 'Eine Marktanalyse im vergangenen Jahr zeigte, dass Angebot und Nachfrage im Soft-Skill-Segment und speziell dem Bereich Konfliktmanagement enorm gestiegen sind. Diese Ergebnisse haben uns dazu veranlasst, den Test zu wiederholen', sagt Sandra Mämecke, die für den Test verantwortliche Redakteurin von Stiftung Warentest.

Nur Privatanbieter erhielten Testnote

Die getesteten Seminare der Privatanbieter bewegten sich in einer Preisspanne von 1.120 bis 1.650 Euro, dauerten zwei bis drei Tage und wurden von den verdeckt arbeitenden Testern jeweils drei Mal besucht. Die wesentlich günstigeren VHS-Kurse (40 bis 70 Euro) konnten im Testzeitraum nur einmal besucht werden und erhielten daher kein Qualitätsurteil, sondern nur eine wertende Beschreibung. Die Ergebnisse des Tests sind wie bereits 2004 positiv: Sowohl die VHS-Kurse als auch die Kurse der Privatanbieter überzeugen im Hinblick auf Inhalt, didaktische Gestaltung, Kursorganisation und Kundeninformation im Internet. Insgesamt vergaben die Tester für die sechs privaten Seminarangebote Noten zwischen 1,9 für den Testsieger und 3,2 für das Schlusslicht.
 
Abwertung durch Mängel in den Vertragsbedingungen

Lediglich bei den allgemeinen Geschäftsbedingungen fielen einige Anbieter durch. 'Im Vergleich zu 2004 haben wir unsere Testmethodik verfeinert und die juristische Überprüfung der allgemeinen Geschäftsbedingungen mit in unsere Bewertung aufgenommen', erklärt Mämecke. 'Das hat sich auf die Testnote einiger Anbieter negativ ausgewirkt.' Bei deutlichen Mängeln in den Vertragsbestimmungen setzte Stiftung Warentest das Qualitätsurteil um eine Note herab. Unter anderem bei dem Kurs des Anbieters Creative Communication Consult (CCC). Das Unternehmen behielt sich zum Beispiel vor, den Kurs abzusagen, ohne sachliche Gründe dafür zu nennen. Eine solche Klausel stellt eine unangemessene Benachteiligung des Kunden dar und ist damit rechtlich unwirksam. Der CCC-Kurs, der sich beim ersten Test noch das Siegerpodest mit dem der Telekom Training teilte, landete durch die entsprechende Herabsetzung diesmal nur auf dem drittletzten Platz.

Autor(en): (Nina Peters)
Quelle: Training aktuell 08/09, August 2009
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