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IW-Befragung: Zwei von fünf Bundesbürgern bilden sich fort

Das Interesse an Weiterbildung scheint in Deutschland nach wie vor ungebrochen: Im Jahr 1994 haben zwei von fünf Bundesbürgern mindestens einen Kurs oder Lehrgang besucht, um sich fortzubilden, berichtet der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in seiner aktuellen Ausgabe. 42 % der Bundesbürger im erwerbsfähigen Alter haben 1994 an mindestens einer Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen. Dies ergaben Befragungen im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie, die alle drei Jahre von Infratest durchgeführt werden.
Obgleich die Verbesserung der Allgemeinbildung generell beliebter ist als berufliche Weiterbildung, steht letztere hoch im Kurs. 11,2 Millionen Männer und Frauen nahmen an mindestens einer Maßnahme teil, um ihren Job besser erledigen zu können - 1991 waren es nur 9,8 Millionen.
Durchschnittlich belegte jeder Teilnehmer rund zwei Fortbildungen. Insgesamt verbrachten die Deutschen daher stolze 2,8 Milliarden Stunden auf harten Schulbänken. Gemessen am Jahresarbeitsvolumen entspricht das einem Anteil von rund 6 %. Die Hälfte davon wiederum geht auf das Konto der beruflichen Weiterbildung.
Hauptfinanciers der Weiterbildung sind den Umfrageergebnissen zufolge die Betriebe. In zwei von drei Fällen haben sich die Arbeitgeber an den Kosten beteiligt - entweder durch einen direkten Zuschuß oder durch Freistellung und Lohnfortzahlung. Vom Arbeitsamt wurde ein knappes Zehntel aller Maßnahmen finanziell gefördert. In den verbleibenden Fällen (nahezu ein Drittel) griffen die Teilnehmer ins eigene Portemonnaie.
In fast der Hälfte aller Weiterbildungsmaßnahmen geht die Teilnahme auf einen Vorschlag des Vorgesetzten zurück bzw. ist Ergebnis einer betrieblichen Anordnung. Aus eigenem Antrieb bildeten sich vor allem Berufstätige mit höherer Schulbildung weiter, Frauen, Beamte und Beschäftigte kleinerer Unternehmen. Den Umfrageergebnissen zufolge sind Führungskräfte besonders aktiv, wenn es um Weiterbildung für den Job geht (siehe Tabelle): Knapp die Hälfte aller leitenden Angestellten und Beamten haben sich 1994 beruflich fortgebildet. Generell ging es den Teilnehmern an beruflicher Weiterbildung weniger darum, die Weichen für die Karriere zu stellen (lediglich 27 % gaben dies als Motiv an), sondern darum, den Anschluß an neue Entwicklung (55 %) zu halten, eine Verschlechterung der Berufssituaion zu vermeiden (54 %) sowie berufliche Kenntnisse zu erweitern (45 %).
Autor(en): (nbu)
Quelle: Training aktuell 05/97, Mai 1997
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