Politisches

Gewerkschaften starten neue Weiterbildungsinitiative

'Das Weiterbildungsdesaster verringert Wachstum, Innovationen und Lebensperspektiven', mahnen die Gewerkschaften ver.di, IG Metall und GEW. Um die von ihnen beklagten Missstände anzugehen, haben die Arbeitnehmervertretungen im Oktober 2008 eine neue Weiterbildungsinitiative gestartet. Grundlage der Initiative ist ein 32 Seiten starkes Weiterbildungskonzept, das von Professor Peter Faulstich von der Universität Hamburg, Dr. Dieter Gnahs vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) und zahlreichen anderen Politikern, Gewerkschaftern und Weiterbildungsexperten erarbeitet wurde.

Im Zentrum der Ausarbeitungen steht die Forderung nach einem Weiterbildungsgesetz, in dem sieben Handlungsfelder geregelt werden sollen. Dazu gehören etwa die Bildungsberatung, die Anerkennung von Abschlüssen und Zertifikaten und die Qualitätskontrolle für Weiterbildungsangebote. Darüber hinaus wünscht sich die Initiative den Ausbau von regionalen Bildungsnetzwerken, die – so die Meinung der Autoren – das Bildungsangebot vor Ort strukturieren und den Kunden die Orientierung erleichtern können.

Vom Staat erhofft sich die Initiative mehr finanzielle Unterstützung für die Weiterbildung. Unter anderem fordern die Gewerkschaften, dass die 'Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung als unabhängige und öffentliche, steuerfinanzierte, kommunale Dienstleistung gesetzlich verankert und flächendeckend für alle Bürger ausgebaut' wird. 'Das Konzept ist fertig, jetzt müssen unsere Ideen sich ausbreiten', erklärt die ver.di-Verantwortliche Mechthild Bayer. Bereits 2000 hatte eine gewerkschaftliche Initiative 'Bundesregelungen für die Weiterbildung' gefordert, damals aber wenig bewirkt. Um diesmal mehr Politiker, Personaler und Bildungsverantwortliche zu erreichen, soll Anfang 2009 eine Kampagne anlaufen.

Autor(en): (com)
Quelle: Training aktuell 12/08, Dezember 2008
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