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Freie Träger der Erwachsenenbildung sehen Katastrophe voraus

Eine 'Katastrophe' zeichnet sich nach Ansicht des Bundesverbandes Deutscher Privatschulen (VDP) ob der 'Sparbeschlüsse' der Bundesregierung für Bildungseinrichtungen ab, die Fortbildung und Umschulung (FuU) im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeit durchführen. Das nicht vorhersehbare Stoppen neuer FuU-Maßnahmen ginge an den Erfordernissen anspruchsvoller Qualifizierung völlig vorbei, teilte der VDP auf einer Pressekonferenz in Bonn mit.
Die jüngste Reform des Arbeitsförderungsgesetzes, die Weisung von Arbeitsminister Blüm an die Bundesanstalt für Arbeit sowie das drohende Ausbleiben eines Bundeszuschusses können bewirken, daß im laufenden Jahr 1997 der FuU-Etat weiter gekürzt werden muß. Wachsen die Arbeitslosenzahlen stärker als angenommen, können keine neuen Maßnahmen für Fortbildung und Umschulung beginnen, da die vorgesehenen Mittel zur Zahlung von Arbeitslosengeld und -hilfe herangezogen werden. Die sinnvolle Parallelbewegung 'mehr Arbeitslose - mehr Qualifizierung' würde sich so nach Ansicht von VDP-Pressesprecher Bernhard Marohn zu einer sich öffnenden Schere 'mehr Arbeitslose - weniger Qualifizierung' entwickeln.
Stellt also die Bundesanstalt für Arbeit die Qualifizierungsarbeit ein bzw. reduziert sie diese stark, fehlt den Bildungsträgern die Grundlage, ihre durch Fixkosten geprägten Ausgaben (Gehälter, Mietzahlungen, Abschreibungen für technische Ausstattungen) zu bestreiten. Kurzarbeit, Entlassungen und Schließungen von Bildungseinrichtungen könnten die Folge sein. Marohn: 'Diese Entwicklung begünstigt die schwarzen Schafe der Branche, die ausschließlich mit freien Mitarbeitern operieren, immer nur lehrgangsweise Räume anmieten und mit technischen Geräten und Mobilar aus Restverkäufen ihre Kosten gering halten. Die Politik muß solche Trends verhindern, statt sie zu begünstigen.'
Nach Ansicht Marohns wird der gegenwärtige Kurs der FuU-Arbeit mittelfristig zu einem Sinken des Qualitätsniveaus führen. 'Einmal zerschlagenes erwachsenen- und sozialpädagogisches Know-how ist nicht ruckartig wieder zu ersetzen.'
Autor(en): (nbu)
Quelle: Training aktuell 04/97, April 1997
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