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Europäischer Referenzrahmen wird Pate für Qualitätssiegel

Sprachkenntnisse sollte er testieren - doch er kann noch viel mehr. Der European Framework of Reference for Language: Learning, Teaching, Assessment (CEF) wurde 2001 vom Europarat initiiert, um länderübergreifend Sprachniveaus zu vergleichen. Nun wird das etablierte Instrument auch in anderen Qualifzierungsbereichen eingesetzt: Der CEF soll künftig auch über den Wissensstand von Vertrieblern, Qualitätsmanagern, Führungskräften und PC-Nutzern Auskunft geben.

Wie das gehen kann? Für das Sprachenlernen hatte der Europarat definiert, wie gute Ausbildungskonzepte aussehen und wie man die erworbenen Kenntnisse einheitlich bewerten und damit vergleichen kann. Diese Richtlinien sind aber auch auf andere Ausbildungsbereiche übertragbar, meint Cert-EU, London, und hat 2006 in Großbritannien eine 'Quality Alliance' gegründet. Länderrepräsentanzen dieser Qualitätsgemeinschaft gibt es inzwischen in Polen, Ungarn, Großbritannien, Russland und seit Anfang 2007 auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mitglieder der Quality Alliance sollen Trainingsinstitute der genannten Qualifizierungsbereiche sein. 'Die Institute verpflichten sich, auf den Grundlagen des CEF zu unterrichten und zu prüfen und können dadurch CEF-Zertifikate an die Teilnehmer ausgeben', erklärt Dr. Stephan Fedler, Vertreter der Cert-EU in Deutschland.

Das europäische Siegel dürfte der größte Anreiz für die Weiterbildungsanbieter sein, dieser Qualitätsgemeinschaft beizutreten. 'Die Zertifizierung ist europaweit vergleichbar, über das Internet nachvollziehbar und preiswert', stellt Fedler die Vorteile heraus. Alle Empfänger eines CEF-Zeugnisses werden im Internet gelistet, das Zertifikat ist damit fälschungssicher, wirbt Fedler. 'Personalleiter können im Web recherchieren, ob die Qualifikation tatsächlich erworben wurde', so sein Szenario. Preiswerter als andere Zertifikate kann das CEF-Siegel sein, weil die Weiterbildungsanbieter ihre eigenen Prüfungsroutinen beibehalten können. 'Wir testen stichpunktartig, ob die Grundlagen des CEF eingehalten werden', so Fedler.

Bislang haben sich in der deutschen Qualitätsgemeinschaft rund zehn Ausbildungsinstitute zusammengeschlossen. Viel ist das noch nicht, doch Fedler ist sicher: 'Das Projekt wächst kontinuierlich.'

Für die Mitgliedschaft in einer Qualitätsgemeinschaft müssen Trainingsinstitute jährlich 900 Euro zahlen. Weitere Infos im Internet und per Telefon.
Autor(en): (com)
Quelle: Training aktuell 06/07, Juni 2007
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