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Europäischer Qualifikationsrahmen: Langjährige Einführungsphase

Der europäische Qualifikationsrahmen (EQR) nimmt immer mehr Gestalt an. Doch für die deutsche Weiterbildungslandschaft ist er in naher Zukunft nicht relevant - meint zumindest die Bundesregierung. Für die Entwicklung und Umsetzung des EQR sei eine 'mehrjährige Erprobungs- und Evaluationsphase' nötig, teilte sie in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion mit.

Der 'Europäische Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen' ist ein Projekt der Europäischen Union (EU). Er soll mehr Mobilität auf dem europäischen Arbeitsmarkt ermöglichen durch eine größere Transparenz der europäischen Bildungssysteme und eine stärkere Orientierung an Lernergebnissen statt an Abschlüssen. Auf dem Weg zum EQR hatte die EU 120 Stellungnahmen aus 31 europäischen Ländern eingeholt. Der länderübergreifende Konsultationsprozess wurde Ende 2005 abgeschlossen. Bereits in der ersten Jahreshälfte 2007 wollen der Europäische Rat und die Kommission eine Empfehlung herausgeben - ausgerechnet unter deutscher Ratspräsidentschaft.

Doch hier zu Lande scheint die Euphorie für das Projekt abgeklungen. Die Bundesregierung will zuerst einen nationalen Qualifikationsrahmen entwickeln. Der EQR solle nur als 'Metarahmen und Übersetzungsinstrument' auf europäischer Ebene dienen. Die Zuordnung von Qualifikationen und Abschlüssen müsse Aufgabe der Mitgliedsstaaten bleiben, 'um unterschiedliche nationale Anforderungen berücksichtigen zu können und eine kompetenzangemessene Einstufung deutscher Qualifikationen sicherzustellen', heißt es in der Antwort auf die Anfrage. Für die Harmonisierung des nationalen Bildungssystems sei eine Diskussion aller Akteure des deutschen Bildungswesens nötig - und diese werde derzeit geführt.
Autor(en): (com)
Quelle: Training aktuell 04/06, April 2006
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