Markt

DGFP-Kongress: 1.000 HR-Manager vor neuen Anforderungen

'Menschen schaffen Werte' - das Motto, das die Deutsche Gesellschaft für Personalführung für ihren Kongress vom 7. bis 8. Juni 2001 in Wiesbaden gewählt hatte, veranlasste Jürgen Weber, zu deutlichen Worten. Provokant hinterfragte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa AG das Motto in seiner Eröffnungsrede: 'Entspricht dieser Satz noch dem Vorsatz, mit dem Menschen heutzutage ihrer Arbeit nachgehen? Nämlich Werte zu schaffen zur Befriedigung von Kundenbedürfnissen, zum Nutzen einer Volkswirtschaft, eines Unternehmens, das aufgrund seiner Marktmacht auch den persönlichen Lebensunterhalt sichert?'

Darwi-portunismus: Unternehmen kämpfen an zwei Fronten

Vor dem Hintergrund der Tarifauseinandersetzungen der Lufthansa mit der Vereinigung Cockpit sah Weber eine andere Realität auf die Unternehmen zukommen. Die heutige Leistungsgesellschaft, die hohe Qualifizierung und Spezialisierung, die knapper werdenden Humanressourcen führten dazu, dass ein egozentrischer Wert, der persönliche Marktwert der Mitarbeiter an die erste Stelle rücke. Weber sprach von einem Kampf an zwei Fronten, dem die Unternehmen ausgesetzt seien, vom so genannten Darwi-portunismus. Einerseits hätten die Firmen mit einem darwinistischen Verdrängungswettbewerb durch eine zunehmend wettbewerbsintensive Marktsituation zu tun, andererseits mit einem opportunistischen, nutzenmaximierenden Verhalten der Mitarbeiter, deren Zielsystem sich von den Unternehmensinteressen entkoppele.
Weber machte keinen Hehl aus seiner Meinung, dass die heutigen Manager eine gewisse Mitschuld an der Situation hätten. Unreflektiert würde der War-for-Talents betont, die Selbst-GmbH propagiert und mit Employability-Programmen der Mitarbeiter zum Jobhopping aufgefordert.
Er appellierte daher an die über 1.000 Besucher des Kongresses, die längst nicht alle begeistert waren von seinen Worten, wirksame Instrumentarien für diese Situation der Unternehmen zu entwickeln: Es ginge darum, den Mitarbeitern den Wert ihrer Arbeit zu vermitteln und ihnen deutlich zu machen, dass sie Teil einer Wertegemeinschaft sind, die nicht durch übersteigerten Eigennutz, sondern allein durch Teamarbeit erfolgreich sein könne.

e-HRM: Die Arbeit der Personaler verändert sich

Mit neuen Anforderungen an ihre Arbeit wurden die HR-Manager aber auch anderenorts auf dem DGFP-Kongress konfrontiert. Die Sonderschau 'Personal-management@Internet', die erstmals das Messeprogramm ergänzte, und die Vortragsreihe zum Thema 'Neue Medien' zeigten deutlich die Richtung an: Human-Resources-Management goes 'e'.
Ob das der Großteil der Anwesenden auch so sah? Eine kleine, natürlich nicht-repräsentative Umfrage unter den Teilnehmern am Morgen des ersten Kongresstages ließ anderes vermuten: Auf die Frage, was e-HRM sei, wussten die meisten keine Antwort. Und diejenigen, die sich während der zwei Tage in den Foren über webbasierte Personalarbeit informierten, hörten auch nicht nur Positives. Dr. Heinz Klinkhammer, Vorstand Personal und Recht der Deutschen Telekom AG, machte deutlich: 'Ohne Frage: e-HRM birgt natürlich ein gewisses Rationalisierungspotenzial ...'
Autor(en): (nbu)
Quelle: Training aktuell 07/01, Juli 2001
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