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BIBB will Früherkennungssystem für Qualifikationsbedarfe errichten

'Wenn das deutsche Berufsbildungssystem nicht zu einem bewunderten Museumsstück werden will, muss es zukunftstauglich werden.' Die Aussage von Prof. Helmut Pütz, Generalsekretär des Bundesinstitut für

'Wenn das deutsche Berufsbildungssystem nicht zu einem bewunderten Museumsstück werden will, muss es zukunftstauglich werden.' Die Aussage von Prof. Helmut Pütz, Generalsekretär des Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), hatte eine ungewollt pikante Note. Denn ausgerechnet im Bonner Haus der Geschichte feierte das BIBB am 24. bis 25. Mai 2000 seinen 30. Geburtstag. Die zentrale Aufgabe des BIBB ist seit jeher gesetzlich definiert: Forschungs- und Entwicklungsarbeit zur Verbesserung der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu leisten und die Entscheidungsgremien in Politik und Wirtschaft zu beraten. Da lieferten die Green-Card und die Frage, ob unser Berufsbildungssystem in einer globalisierten Wirtschaft nicht überholt sei, reichlich Gesprächsstoff für die Pressekonferenz im Anschluss an Pütz´ Eröffnungsrede.
Pütz räumte 'eine gewisse Selbstzufriedenheit mit unserem dualen Berufsbildungssystem' ein. Aber die allgemeine Lethargie sei überwunden. Es verwies auf 33 neue Ausbildungsberufe, die in den zurückliegenden vier Jahren geschaffen worden sind. So der Mechatroniker, ein 'Hybridberuf' aus Mechaniker, Elektroniker und Informatiker, der computergesteuerte Fertigungsstraßen montiert und wartet. Zukünftig müsse dieses Bildungskonzept um modulare Strukturen - sprich: gezielte Weiterbildung am Arbeitsplatz - ergänzt werden. Das Ende des klassischen Berufs sieht Pütz - allen Unkenrufen zum Trotz - nicht aufziehen: 'Schließlich identifiziert sich der Mensch mit seinem Beruf. Er gibt Sicherheit und sozialen Status.'
Das zentrale Manko liegt für Pütz darin, dass der Qualifikationsbedarf nicht früh genug erkannt wird. Dem will das Institut ab sofort mit dem neuen Arbeitsbereich 'Früherkennung, neue Beschäftigungsfelder' begegnen. Neben der Analyse von Stellenanzeigen will man das Angebot des Weiterbildungsmarktes einer kontinuierlichen Analyse unterziehen. Auch der erstmals verliehene Weiterbildungs-Innovations-Preis - WIP (vgl. managerSeminare 43, S. 20/21) soll diesem Ziel dienen. Für einen Zeitraum von drei bis vier Jahren sollen so verlässliche Prognosen über neue Qualifikationsanforderungen gegeben werden.
Autor(en): (jgr)
Quelle: Training aktuell 07/00, Juli 2000
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