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Helm Stierlin ist tot

Am 9. September 2021 ist, im Alter von 95 Jahren, Helm Stierlin verstorben. Der promovierte Psychologe und Philosoph gehörte zu den Pionieren der systemischen Familientherapie in Deutschland – und hat als solcher auch systemischen Beratungsansätzen den Weg geebnet, also solchen, die Klienten stets im Lichte ihrer Beziehungsgeflechte sehen. Stierlin begann seine Laufbahn als Psychoanalytiker. Er war in jungen Jahren in den USA und in der Schweiz tätig und gründete dann gemeinsam mit seiner Frau Satuila 1974 das Institut für Psychoanalytische Grundlagenforschung und Familientherapie an der Uni Heidelberg, das er bis 1991 leitete. Sein Institut stieg zu einer der wichtigsten Plattformen der internationalen systemischen Therapie auf. Stierlins Weggefährte, der Systemiker Fritz B. Simon, beschreibt den Psychotherapeuten in einem bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienenen Nachruf als Persönlichkeit, deren Erfolgsgeheimnis auch ihr Führungsstil war: „Er stellte nur Menschen ein, die etwas konnten, was er nicht konnte (etwa Kongresse organisieren).“ Auch sei Stierlin ein Mensch gewesen, der stets Neuland erkunden wollte und keine Scheu hatte, „sich gegen Orthodoxien zu wenden, wenn sie ihm unsinnig erschienen“. Anfang der 1980er-Jahre gründeten Stierlin-Mitarbeitende – darunter Simon – und einige Externe die Internationale Gesellschaft für Systemische Therapie (IGST) als Weiterbildungsinstitut. 2002, in neuer Konstellation, dann das Helm Stierlin Institut. Spätestens von da an hatten die Themen systemische Beratung, Supervision, Mediation und Coaching in der Arbeitswelt einen wichtigen Platz im Kreis der „Heidelberger Gruppe“ um Stierlin. 

Autor(en): Sylvia Jumpertz
Quelle: managerSeminare 285, Dezember 2021
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