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Frithjof Bergmann ist tot

Am 24. Mai 2021 ist der  sterreichisch-US-amerikanische Philosoph Frithjof Bergmann im Alter von 90 Jahren verstorben.

Am 24. Mai 2021 ist der österreichisch-US-amerikanische Philosoph Frithjof Bergmann im Alter von 90 Jahren verstorben. Bergmann ist Begründer des Begriffs New Work, aber er hat ihn anders verstanden als das, was in den vergangenen Jahren oft darunter subsumiert wurde. Bei Bergmann ist New Work echte Systemveränderung. Angesichts des Eindrucks, dass der Kapitalismus im Westen ebenso an seine Grenzen stieß wie die Zentralwirtschaft im Osten, entwickelte Bergmann in den 1970er- und 80er-Jahren die Idee einer völlig anderen Arbeitsgesellschaft, in der die Lohnarbeit nur noch ein Teil des Arbeitslebens eines Menschen wäre. Daneben sollten Menschen „Selbstversorgung auf hohem technischen Niveau“ betreiben und tun, was sie „wirklich, wirklich wollen“. Praktisch umgesetzt hat der Philosoph diese Vorstellungen erstmals in der US-Stadt Flint, wo er 1984, als General Motors ein großes Werk schließen wollte, das erste „Center for New Work“ gründete. Seit 1978 Philosophieprofessor an der University of Michigan, beriet er unter anderem Unternehmen, Gewerkschaften und Kommunen. Er sah Erfolge, erlebte aber auch eine Verwässerung seiner Ideen. Denn New Work, wie Unternehmen es heute umsetzen, verschafft Mitarbeitenden zwar bestenfalls echte neue Freiräume innerhalb des Arbeitssystems. Von einem gänzlich neuen Arbeitssystem sind wir aber noch weit entfernt. 

Autor(en): Sylvia Jumpertz
Quelle: managerSeminare 280, Juli 2021
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