Wissen

Zeitmanagement

Erfolgsfaktor Zeit haben

Zeitmanagement und Zeitplanung sind Begriffe, die für jeden von uns selbstverständlich geworden sind. Wer hat heute kein Zeitplanbuch? Es gehört schon zum guten Ton, zum Führungsimage, mit dem in Leder eingepackten Utensil von Termin zu Termin zu eilen. Aber wer arbeitet wirklich damit? Stehen nicht Streß, Kreativitätsmentalität oder die „27 Baustellen” im Wege? Habe ich nicht oft ein schlechtes Gewissen („Ich habe heute nichts geschafft!”) oder schlechte Angewohnheiten („Ich will das alleine machen!”)?
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Als ich irgendwann Mitte der 80er Jahre von Zeitplanbüchern, von der „Großmann-Methode”, der „Hirt-Methode” bzw. dem „HelfRecht-System” hörte, war ich begeistert. Endlich etwas, womit ich meinen desolaten Zustand der vielfältigen ungenutzten Ideen und der unkoordinierten Termine in den Griff bekommen könnte. Mit Elan und Eifer befragte ich meine Bekannten und fand endlich das TimeSystem als das für meine (damaligen) Belange geeignetste heraus. Mit dem Bestseller von Lothar Seiwert im Gepäck versuchte ich zunächst „auf eigene Faust” mein Glück. Ein Zeitmanagement-Seminar mit Prof. Hardy Wagner folgte. Ich lernte Termine „richtig” einzutragen, der Pünktlichkeit halber um 8.03 Uhr zu beginnen und um 11.27 Uhr den Termin zu beenden, und ich lernte, Prioritäten zu setzen und Freiräume zu schaffen. Alles schien gut zu laufen, bis ich merkte, daß zwar Termine koordiniert waren, Ideen gesammelt und Projekte geführt wurden; aber ein (Lebens-)Konzept fehlte, in das sich alle Aktivitäten einbinden ließen.

Schon bald folgte ein Seminar in Lebensplanung: 1992 besuchte ich die „Persönlichen und unternehmerischen Planungstage” von HelfRecht in Bad Alexandersbad und 1994 „UnternehmerEnergie” vom Josef Schmidt Colleg in Bayreuth. Wenn ich 1992 erkannte, daß mein bisheriger „Brötchengeber” nicht der richtige war und ich mir eine neue Existenzgrundlage aufbauen mußte, so lernte ich 1994 nicht nur, wie meine Aufgaben richtig zu machen sind, sondern vor allem, die richtigen Aufgaben zu erledigen.

Trotzdem ertappte und ertappe ich mich immer wieder, daß ich im Eifer mit dem Zeitmanagement erlahme, daß ich vieles im Kopf habe und aus dem hohlen Bauch heraus entscheide und handle. Das Zeitplanbuch schleppe ich mit mir herum und oft zwei, drei Wochen später hake ich die Dinge ab, die ich erledigt habe und wundere mich über die Vielzahl von Aufgaben, die ich vergaß und nun geflissentlich übertrage. Was hindert mich daran, trotz des Wissens um den richtigen Weg, den Weg richtig zu gehen?…
Autor(en): Bernd Neuefeind, Jürgen Graf
Quelle: managerSeminare 21, Oktober 1995, Seite 34-43
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