Lernen

Zeitgemäß präsentieren

Köpfchen statt Kreide

Immer noch erinnern Seminare verdächtig häufig an die 'gute, alte Zeit' in den Hörsälen der Universitäten: Frontalunterricht mit einem in die Jahre gekommenen Tageslichtprojektor, überladene Folien und eine Interaktion, die sich auf die Aufforderung des Dozenten 'Noch Fragen?' reduziert. Ginge es hingegen nach dem Willen der EDV-Protagonisten, können wir uns längst dem audiovisuellen Edutainment in Dolby-Stereo-Sound hingeben. Doch wo ist der gesunde Mittelweg? Die professionelle Kombination aus didaktischem Know-how und cleverem Einsatz moderner Medien findet man jedenfalls nur selten. Welches Rüstzeug braucht ein Trainer? Was ist unbedingt erforderlich? Was nützlich und hilfreich? Was überflüssig?
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Es ist schon beeindruckend: Auf ein geheimnisvolles Zeichen des Trainers werden Folien an die Wand projiziert, verschwinden wie Dias im Halbdunkel, werden stückweise durch neue Bilder abgelöst und beginnen zu laufen wie ein Film. Der Computer macht's möglich! Genauer: Eine geeignete Präsentationssoftware, die die Bilder per Videobeam oder LCD-Display und Tageslichtprojektor vor die Augen der Zuschauer führt. Das Computerprogramm sorgt dafür, daß die elektronisch animierten Folien in einer vorher gespeicherten Reihenfolge ablaufen - ausgelöst und in Gang gesetzt durch den diskreten Knopfdruck des Trainers auf der Infrarot-Fernbedienung.

Der traditionelle Einsatz des Tageslichtprojektors ist wohl passé. Zumindest aus der Sicht der Softwareproduzenten. In aufwendig gestalteten Demo-Programmen stellen sie ihren Kunden die immer leistungsfähiger werdende Software unter Beweis. Was vor Jahren noch den Gestaltern und Layoutern der Werbe- und Verlagsbranche vorbehalten war, ist nun auch für den gewöhnlichen PC-Nutzer zu haben: vom Computer erzeugte Bilder in Perfektion. Aus Zahlen werden farbige Diagramme, Texte fliegen über den Schirm, Standbilder beginnen zu laufen, Grafiken werden dreidimensional … Was liegt also näher, als diese neuen Präsentationsmedien auch in Schulungen und Seminaren einzusetzen? Sollten nicht gerade TrainerInnen die Vorzüge der nahezu unbegrenzten Visualisierungsmöglichkeiten 'für ihre Sache' nutzen?

Natürlich sollten sie das! Denn den Erkenntnissen der Gehirnforschung und Wahrnehmungspsychologie zum Trotz - die Seminare vieler Trainer sind häufig nichts anderes als foliengestützte Vorträge: Frontalunterricht mit einem in die Jabre gekommenen Tageslichtprojektor, überladene Schwarzweiß-Kopien oder viele viel zu bunte Diagramme, die der Dozent mit dem beruhigenden Hinweise kommentiert, man könne das ja alles zu Hause noch einmal in Ruhe nachlesen.

Tatsächlich bieten Präsentationsprogramme vielfältigen Nutzen. Durch computerunterstützte Aufbereitung lassen sich Informationen dynamischer, attraktiver und damit auch verständlicher darstellen. Allerdings muß an dieser Stelle - wie so oft, wenn es um den Computer geht - der Werkzeugcharakter von Technik betont werden…
Autor(en): Peter Harriefeld, Jürgen Graf
Quelle: managerSeminare 29, Oktober 1997, Seite 50-56
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