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Wirksames Management: Einfach ein Malik

'Jeden Tag die gleichen Müllkübel zu leeren und Patienten ihre Exkremente und ihr Erbrochenes wegzuputzen, macht selbst den Analphabeten unter den ausländischen Hilfsarbeitern keinen Spaß.' Hoppla. So unprofessoral-deftig klingt der St. Galler Top-Consultant Fredmund Malik, wenn er sich ärgert. Und er ärgert sich ziemlich häufig in seinem neuen Buch 'Führen Leisten Leben'. Nicht nur über jene trendigen Autoren-Kollegen, die die populäre These vertreten, Führungskräfte hätten Bedingungen zu schaffen, damit die Mitarbeiter Spaß an und Erfüllung in ihrer Arbeit fänden. Auch über Karrieristen, die alle drei Jahre auf der Suche nach neuen Herausforderungen sind - 'bevor der Mist zu riechen beginnt, den sie hinterlassen'. Am meisten aber ärgert sich Malik über die herrschende Semi-Professionalität im Manager-Dasein, die mit dafür verantwortlich ist, dass 'Moden, Scharlatanerie, Halbwissen und pseudowissenschaftlicher Schwachsinn bar jeden Arguments mit unbegrenzter Beliebigkeit und Willkür verbreitet und kritiklos hingenommen werden'.

Damit kein falscher Eindruck aufkommt: Das Buch hat mehr zu bieten als unterhaltsame Polemik. Malik hat sich der Aufgabe verschrieben, Standards für eine Managementqualifizierung zu erarbeiten, die sich an den Kriterien Wirksamkeit bzw. Effektivität orientiert. Sein Credo: Management kann und muss gelernt werden, wie jeder andere Beruf auch. Die Ausbildung sollte sich an ähnlich professionellen Standards orientieren, wie sie für Chirurgen oder Piloten selbstverständlich sind. Schließlich hänge von der Tätigkeit des Managers in einer stark arbeitsteiligen Gesellschaft unmittelbar das Wohlstandsniveau ab.

Was also macht nach Ansicht Maliks einen Manager effektiv? Zum einen die konsequente Konzentration auf seine Aufgaben: Ziele setzen, Organisieren, Controllen, Entscheidungen treffen, Mitarbeiter fördern. Zum anderen das Beherrschen von Management-Werkzeugen, um Besprechungen effektiv zu gestalten, seine persönliche Arbeitsmethodik zu entwickeln, die wichtigsten Kennzahlen im Blick zu behalten. Als drittes und übergeordnetes Element muss das eigene Handeln einigen Grundsätzen unterworfen werden: Die strikte Orientierung an Resultaten gehört ebenso dazu wie das Prinzip, seinen Beitrag zum Ganzen im Auge zu behalten oder auf vorhandene Stärken aufzubauen. Last, but not least: die Verantwortung, für das, was man tut, auch einzustehen.

Das liest sich in weiten Strecken unspektakulär und konventionell. Soll es auch sein. Ständige Management-Revolutionen und Reissbrett-Entwürfe 'idealer' Führungspersönlichkeiten sind Malik eben ein Gräuel. Die doziert er lieber mit analytischer Schärfe in Grund und Boden und resümiert: 'Das will ich hier nicht weiter kommentieren.' Ist auch nicht mehr nötig.
Autor(en): (jgr)
Quelle: managerSeminare 43, Juli 2000
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