'Ich bleib so scheiße, wie ich bin' lautet ein Erfolgstitel des deutschen Buchmarktes. Das Bedürfnis nach einer Stimme, die sagt: 'Mach dich mal locker, du brauchst nicht alles zu erreichen, du musst nicht immer glücklich sein und auch nicht ständig an deiner Vervollkommnung arbeiten', ist anscheinend groß. Während es allerdings auf dem Buchmarkt einige Werke gibt, die gegen den grassierenden Selbstoptimierungswahn zu Felde ziehen, sind Seminare gegen zu hohe Ansprüche an sich selbst noch Mangelware. In diese Lücke will Gabriele Kottlorz, systemischer Coach und Mediatorin aus Großmoor, vorstoßen. Sie hat einen Workshop konzipiert, in dem die Teilnehmer lernen sollen, ihre hohen Ansprüche an sich selbst zu hinterfragen: Sind diese überhaupt gerechtfertigt? Läuft die Sache nicht auch rund, wenn ich mal nicht hundert Prozent gebe? Sind Fehler wirklich so schlimm?
'Wichtig ist auch, sich zu fragen, ob wirklich jede Schwäche, die man hat, es wert ist, behoben zu werden', meint Kottlorz. Ihr Sensibilisierungsvorhaben will sie vor allem mit spielerischen Methoden angehen. Gedacht ist ihr Angebot als Inhouse-Offerte für Unternehmen, die erkannt haben, dass sie ohne übertriebenen Optimierungsanspruch von ihren Mitarbeitern mehr Kreativität und Motivation erwarten können. Bleibt nur zu hoffen, dass sich Firmen nicht vom forschen Titel 'Fuck happinez – Ich bleib so maulig, wie ich bin' abschrecken lassen. Kottlorz jedenfalls betont, dass sie das Konzept flexibel an Unternehmenswünsche anpassen kann.
Infos unter: GK (at) Kuntze-CundC.de