Management

Wandel und Strategie

Unternehmen im Zugzwang

Überall wird umorganisiert, die Unternehmen sind gezwungen, sich immer besser und schneller an Veränderungen ihrer Absatz-, Beschaffungs-, Personal- und Finanzmärkte anzupassen. Wird nicht innovativ mit Veränderungen umgegangen, geschieht Wandel nur als Folge eines wachsenden Leidensdrucks. Aber auch Tradition und Stabilität können entscheidende Meilensteine auf dem Weg zur lernenden Organisation sein. Wie Unternehmen mit Widersprüchen umgehen können, um aus einem Wertewandel keine Kulturrevolution zu machen.
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Auf dem Weg ins nächste Jahrtausend zwingt zunehmender Wettbewerbsdruck die Unternehmen, ihre Zielsetzungen und Wertesysteme zu verändern. Die Veränderungen, die sie durchsetzen müssen - heißen sie nun Business Reengineering, Prozeßoptimierung, TQM oder Lean Management - sind grundlegender Natur. Sie betreffen nicht nur einzelne Abteilungen, sondern das Unternehmen als Gesamtgefüge. Auslöser für Projekte, die eine Veränderung zum Ziel haben, können vielerlei Natur sein: So läßt sich unterscheiden zwischen Auslösern, die mit der Marktposition eines Unternehmens zusammenhängen, die mit den Mitarbeitern verknüpft sind oder etwa die Führungskultur betreffen. Die meisten Unternehmen nennen, werden sie nach den Gründen für Veränderungsprojekte befragt, geschäftsprozeßbezogene Aspekte als Veränderungsauslöser: zu hohe Prozeßkosten, gefolgt von zu hohen Durchlaufzeiten (siehe Kasten, S. XX).

Für eine hohe Anzahl von Unternehmen lösen jedoch auch mitarbeiterbezogene Gründe Veränderungen aus. So haben circa die Hälfte von 111 befragten Organisationen* die geringe Identifikation ihrer Mitarbeiter mit dem Unternehmen als Grund für ein gestartetes Veränderungsprojekt angegeben. Die nächst höchste Beachtung gilt den hohen Fehlzeiten bzw. dem Krankenstand.

Liest man zwischen den Zeilen dieser Befragungsergebnisse, wird Grundlegendes deutlich: Erst wenn bereits gravierende negative Auswirkungen festzustellen sind und der Leidensdruck entsprechend hoch ist, wird reagiert. Jahrelang haben Unternehmen wie Unternehmer Veränderungen ihrer Umwelt geschickt zu ignorieren versucht. Abhängig zum Teil auch von der Größe des Unternehmens und damit der Einflußnahme auf eventuelle politische oder gesellschaftliche Entwicklungen zeigten sie sich von ihrer trägen Seite. Diese reaktive Strategie kam und kommt dann eher dem Tanz auf dem Drahtzeil nahe…
Autor(en): Nicole Bußmann, Alfred Schulz
Quelle: managerSeminare 27, April 1997, Seite 70-77
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