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Verhaltensexperiment

Fehleranalyse senkt Leistung

'Hätte ich die Präsentation vorher noch einmal genau durchgelesen, wäre mir der Fehler aufgefallen.', 'Hätte ich doch genauer nachgefragt, dann wäre es nicht zu diesem Missverständnis gekommen.' Solche 'Hätte-ich-doch'-Überlegungen, die Psychologie spricht von kontrafaktischem Denken, helfen uns, die Wiederholung von Fehlern zu vermeiden und sind somit durchaus sinnvoll. So zumindest die Theorie. In der Praxis sind sie oft jedoch kontraproduktiv. Diesen Schluss legt zumindest ein Experiment nahe, das US-Forscher der Wake Forest University und der University of North Carolina durchgeführt haben. Das Team um den Sozialpsychologen John Pe­­­trocelli ließ 41 Studenten einen Multiple-Choice-Test durchführen. Anschließend erhielten die Probanden eine Rückmeldung zu ihrem Ergebnis und wurden außerdem gebeten, zu notieren, welche Gedanken ihnen als Reaktion auf das Testergebnis durch den Kopf gegangen waren. Dann mussten die Studenten einen zweiten Test absolvieren. Vorab erhielten sie Lernmaterial und unbegrenzt Zeit zur Vorbereitung. Resultat beim Vergleich der Testergebnisse: Je mehr 'Hätte-ich-doch'-Gedanken den Probanden nach dem ersten Durchlauf durch den Kopf gegangen waren, desto geringer fiel ihre Leistungssteigerung aus. Die Erklärung der Forscher: Kontrafaktische Erklärungen decken sich nicht immer mit den tatsächlichen Problemursachen, werden aber gerne als Alibi bemüht, um sich Wissenslücken oder Schwächen nicht einzugestehen. Deshalb hätten die 'Hätte-ich-doch'-Denker vor dem abschließenden Test weniger ge­­lernt. Sollte man sich also, wenn etwas nicht gut gelaufen ist, am besten gar keine Gedanken über die Gründe machen? Das sicher nicht. Die Wissenschaftler warnen allerdings davor, eigene Fehler allzu leicht wegzuerklären.
Autor(en): (ama)
Quelle: managerSeminare 182, Mai 2013
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