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Verhalten im Job

Eigeninitiative braucht sozialen Scharfsinn

Der Mitarbeiter als Unternehmer im Unternehmen – dieses Idealbild zeichnen viele Firmen. Sie wünschen sich Eigeninitiative von den Beschäftigten und fordern sie zum Mitdenken und -lenken auf. Solch proaktives Verhalten trägt aber nicht grundsätzlich positive Früchte, sondern nur dann, wenn es sich mit einem ausgeprägten sozialen Scharfsinn paart, wie ein internationales Psychologenteam herausgefunden hat. Die Bonner Forscher Gerhard Blickle und Andreas Wihler und ihre Kollegen von der Florida State University führten eine Studienreihe mit insgesamt mehr als 500 Beschäftigten durch. Mittels Selbsteinschätzungen und Befragungen der Führungskräfte und Kollegen der Studienteilnehmer ermittelten sie jeweils den Grad der Eigeninitiative, die jeder Beschäftigte im Job an den Tag legt, seine Performance im Job, seinen sozialen Scharfsinn und inwieweit das Klima im Unternehmen Eigeninitiative fördert. Den sozialen Scharfsinn bemaßen sie unter anderem an der Fähigkeit, die Emotionen und Absichten von Kollegen wahrzunehmen und diesen bei der eigenen Kommunikation Rechnung zu tragen. Als sie die Faktoren in Beziehung zueinander setzten, stellten sie fest, dass ein Eigeninitiative förderndes Klima den Output der Beschäftigten maßgeblich steigert – allerdings nur dann, wenn diese über einen ausgeprägten sozialen Scharfsinn verfügen. Fehlt dieser, wirkt sich Eigeninitiative laut den Ergebnissen sogar eher negativ auf die Arbeitsleistung aus. Das liegt daran, vermuten die Forscher, dass proaktives Verhalten von Kollegen und Vorgesetzten leicht als störend und unpassend empfunden wird und Widerstände auslöst, wenn es nicht in einem günstig gewählten Moment gezeigt und sensibel erklärt wird. Der Rat an Unternehmen, den die Forscher aus ihren Ergebnissen ableiten, liegt auf der Hand: Sie sollten die Förderung der Eigeninitiative der Beschäftigten mit Trainingsmaßnahmen kombinieren, in denen ihr soziales Geschick geschult wird.
Autor(en): (ama)
Quelle: managerSeminare 203, Februar 2015
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