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Unternehmenserfolg und Leadership

Gute Führung schlägt sich in den Finanzen nieder

Sorgt gute Führung wirklich für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen? Zwei Studien liefern neue Belege für diese These. So geht aus der Studie Global Leadership Forecast 2014/2015 des Talentmanagement-Beratungsunternehmens

Sorgt gute Führung wirklich für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen? Zwei Studien liefern neue Belege für diese These. So geht aus der Studie Global Leadership Forecast 2014/2015 des Talentmanagement-Beratungsunternehmens DDI hervor, dass sich die Förderung von Leadership-Kompetenzen und das Können der Führungskräfte in der finanziellen Performance von Unternehmen spiegeln. Für die Untersuchung wurden weltweit über 13.000 Führungskräfte und 1.500 HR-Verantwortliche aus über 2.000 Unternehmen befragt. Zusätzlich zu der Befragung wurde die finanzielle Entwicklung der Firmen in den vergangenen fünf Jahren analysiert. Ergebnis: Finanzielle Top Performer unterscheiden sich in puncto Führungsqualität wesentlich von Low Performern. So arbeiten in den 20 erfolgreichsten Organisationen mit einer dreimal höheren Wahrscheinlichkeit als in den 20 erfolglosesten Betrieben Führungskräfte, die kompetent im Umgang mit Unsicherheit, Komplexität, Volatilität und Ambiguität sind. Ebenfalls dreimal höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen unter den 20 Top Performern ist, wenn seine Führungskräfte in interkultureller Führung geschult sind und wenn sie gelernt haben, wie man Kreativität und Innovation fördert.

Bruce Watt, Managing Director von DDI Europe, ist überzeugt: Das finanziell bessere Standing der Unternehmen ist tatsächlich Folge und nicht etwa Ursache der intensiven Mitarbeiterförderung. 'Wir haben uns die finanziellen Ergebnisse der Unternehmen über einen längeren Zeitraum angesehen. Und diese Beobachtung zeigt, dass Unternehmen, die in diesem Zeitraum viel in ihre Mitarbeiter investierten, auch an finanzieller Performance zulegten', so Watt. Die schiere Höhe der Investition allerdings sei nicht ausschlaggebend: 'Wichtig ist, dass die Maßnahmen an der Unternehmensstrategie festgemacht sind.' Genau das sei bei den erfolgreichsten Unternehmen in der Studie der Fall.

Leistung durch Energie

Zusammenhänge zwischen wirtschaftlichem Erfolg und guter Führung deckt auch die Top Job-Trendstudie 2014 auf, die vom Institut für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen im Auftrag der Compamedia GmbH durchgeführt wurde. Befragt wurden hierfür rund 14.500 Mitarbeiter aus 77 mittelständischen Betrieben. Die Autoren der Studie, Heike Bruch und Josef A. Fischer, haben ihrer Analyse das Konstrukt der sogenannten organisationalen Energie zugrunde gelegt. Gemeint ist die Kraft, mit der Unternehmen ihre Ziele angehen. Sie findet ihren Ausdruck im Denken, Fühlen und Handeln der Mitarbeiter. Liegt eine hohe Energie-Intensität mit positiver Ausrichtung vor, sprechen die Forscher von 'produktiver Energie'. Die Mitarbeiter sind dann sehr engagiert, ziehen alle an einem Strang und arbeiten auf ein gemeinsames Ziel hin, das im Sinne des Unternehmens ist. Anzeichen sind eine sehr gute Kooperation und Kommunikation. Eine gegensätzliche Form ist die 'korrosive Energie'. Befindet sich das Unternehmen in diesem Zustand, sind die Mitarbeiter zwar engagiert, aber nicht im Sinne der Firmenziele. Schlimmstenfalls zeigen sie sogar destruktives Verhalten. Im Rahmen der Studie wurde das jeweilige Energielevel mit wirtschaftlichen Faktoren verglichen. Ergebnis: Wachstum, Innovationsrate und Unternehmenserfolg werden nachweislich vom Ausmaß und der Qualität des Engagements beeinflusst. So steigen im Zustand der produktiven Energie Unternehmensleistung und Innovationsfähigkeit um je 21 Prozent an. Im Zustand der korrosiven Energie dagegen sacken sie um 33 bzw. 28 Prozent ab.

Um die produktive Energie im Unternehmen zu steigern, raten die Forscher Führungskräften zu zwei Strategien: der Winning-the-Princess-Strategie und der Slaying-the-Dragon-Strategie. Die Prinzessin gewinnen heißt, die Mitarbeiter für die Unternehmensziele begeistern und sie inspirieren. Den Drachen töten heißt, die Dringlichkeit eines Anliegens, zum Beispiel einer Veränderung, deutlich zu machen und gleichzeitig das Selbstvertrauen der Mitarbeiter zu stärken. Auch die Wirkung dieser Strategien haben die Forscher überprüft. Ihrer Erkenntnis zufolge steigert sowohl die Winning-the-Princess-Strategie als auch die Drachentöter-Strategie die produktive Energie im Unternehmen um 36 Prozent und senkt die korrosive Energie um 59 Prozent bzw. 55 Prozent.

Beide Studien können kostenlos heruntergeladen werden, Sie finden sie auf www.ddiworld.com bzw. www.topjob.de.
Autor(en): (jum)
Quelle: managerSeminare 199, Oktober 2014
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