Tutorial
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Social Media nachhaltig nutzen

Der Kampf gegen Fake News im Netz ist eine kollektive Bürgerpflicht – so sieht es Social-Media-Forscher Sinan Aral: Wir sollten unsere Rolle als potenzielle Verbreitende von Fake News erkennen und uns zur Verteidigung von Wahrheit und Vielfalt verpflichten. Das verlangt ein (selbst-)kritisches, reflektiertes Vorgehen bei der Social-Media-Nutzung.

Eigene Biases reflektieren

Beim Sichten von Informationen unterliegen wir kognitiven Verzerrungen, die durch Social-Media-Mechanismen gezielt verstärkt werden. Ein Schnippchen schlagen uns v.a. vier Biases – verstehen wir sie, können wir uns ihrer Manipulation entziehen:

  1. Novelty Bias: Unser Gehirn hat eine Präferenz für Neues. Dabei kommen uns v.a. solche Informationen als neuartig vor, die emotional sind, indem sie Überraschung, Staunen, Gruseln, Mitleid oder Ekel hervorrufen. -> Erklärt, warum falsche Nachrichten, die oft sensationeller sind, sich deutlich schneller verbreiten als wahre Informationen.

  2. Illusory-Truth-Effekt: Je öfter wir eine Aussage hören oder lesen, desto eher neigen wir dazu, sie für wahr zu halten, selbst wenn wir eigentlich wissen, dass sie falsch ist. -> Erklärt, weshalb sich falsche Narrative mit der Zeit immer fester verankern.

  3. Confirmation Bias: Wir tendieren dazu, uns auf Informationen zu fokussieren, die unsere Überzeugungen bestätigen. -> Schafft Echokammern, in denen wir uns in unserer bestehenden Anschauung bestätigt finden.

  4. Belief Perseverance Bias: Wir mögen es nicht, wenn an unserem Glauben gerüttelt wird. Stoßen wir auf Informationen, die ihm widersprechen, recherchieren wir so lange, bis wir wieder auf solche Informationen stoßen, die uns in unserem Glauben verharren lassen. -> Verstärkt die Echokammern.

Filterblasen und Echokammern erkennen

Traditionelle Plattformdesigns sind darauf angelegt, kurzfristig Engagement-Kennzahlen zu maximieren. Dabei gehen die Plattformbetreibenden von der Annahme aus: Wenn die Plattform kuratierte, individuelle Streams von Inhalten bereitstellt, die jenen Inhalten ähneln, die ein User bereits konsumiert hat, führt dies zu den höchsten Klick-, Share- und Verweilzeiten. Die Folge: eine Verengung unserer Nutzererfahrung, was zu Filterblasen, Echokammern und weniger Vielfalt an Inhalten führt.

Vielfalt suchen

Wichtig ist, aktiv nach vielfältigen Informationsquellen zu suchen und sich mit unterschiedlichen Standpunkten auseinanderzusetzen. Ideal: mehrere Online- und Offline-Medien lesen, internationale Perspektiven einbeziehen, Podcasts und Newsletter verschiedener Blickwinkel abonnieren.

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