Tutorial
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Mit Schicksalsschlägen umgehen lernen

Schicksalsschläge wie Krankheit, Verlust oder Misserfolg können tiefe persönliche Krisen auslösen, weil man sich durch sie Herausforderungen oder Einschränkungen gegenübersieht, die man nicht verändern kann. Statt sich in Frustration oder Hilflosigkeit zu verlieren, gibt es Möglichkeiten, auch mit solchen Restriktionen wieder handlungsfähig zu werden.

Bewusstsein für die eigene Lage entwickeln

Zunächst gilt es, sich bewusst zu machen, ob man sich in einem Restriktionskontext befindet, also in einer Situation, die man leidvoll als unlösbare Herausforderung bzw. Einschränkung erlebt.

  • Warnzeichen sind zum Beispiel ein ständiges Gefühl der Überforderung oder Ausweglosigkeit, Antriebslosigkeit und Resignation, Rebellion gegen (z.B. gesundheitliche) Einschränkungen, psychosomatische Beschwerden, Konzentrationsschwierigkeiten, ein erhöhtes Kontrollbedürfnis oder die plötzliche Verschlechterung zwischenmenschlicher Beziehungen.

  • Folgende Reflexionsfragen können helfen, dem Problem näher auf den Grund zu gehen: Habe ich das Gefühl, eingeschränkt zu sein? Wer oder was setzt mir Grenzen? Welche Gefühle löst die aktuelle Situation in mir aus? Welche meiner Bedürfnisse oder Werte bleiben hier unbefriedigt? Habe ich keine Handlungsmöglichkeiten? Welche äußeren Faktoren kann ich nicht beeinflussen?

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Restriktions-Potenziale aktivieren

Das Restriktionsmodell nach Gunther Schmidt bietet einen Ansatz, um auch in solchen Krisen handlungsfähig zu bleiben und neue Perspektiven zu entwickeln. Die folgenden Übungen helfen, mit Restriktionen konstruktiv umzugehen:

  • Übung 1: Identifizieren Sie Restriktionen. Schreiben Sie auf, welche Situationen oder Umstände Sie als unveränderbar empfinden (z. B. gesundheitliche Einschränkungen, berufliche Hürden etc.). Ordnen Sie diese in drei Kategorien: Dinge, die Sie verändern können; Dinge, die Sie nicht verändern können, weil Ressourcen fehlen, und Dinge, die Sie gar nicht verändern können. Reflektieren Sie: Welche dieser Restriktionen belasten Sie am meisten?

  • Übung 2: Würdigen Sie Ihr Sehnsuchtsziel. Notieren Sie Ihr Sehnsuchtsziel, also das innere Ideal, das durch die Restriktion nicht mehr erreichbar erscheint (z. B. beruflicher Aufstieg, Gesundheit etc.). Fragen Sie sich: Warum ist dieses Ziel für mich wichtig? Welche positiven Emotionen oder Werte verbinde ich damit? Stellen Sie sich vor, wie es wäre, dieses Ziel zu erreichen, und würdigen Sie die Energie, die Sie bisher investiert haben.

  • Übung 3: Entwickeln Sie zweitbeste Ziele. Überlegen Sie: Was könnte ein zweitbestes Ziel sein, um meinem Sehnsuchtsziel näher zu kommen oder meine aktuelle Situation zu verbessern (z.B. eine Weiterbildung, wenn ein beruflicher Aufstieg nicht möglich ist)? Formulieren Sie konkrete Handlungsschritte für dieses Ziel. Prüfen Sie mit einem „Ökocheck“, ob dieses Ziel realistisch ist und zu Ihren Werten passt (z.B. Zeitaufwand, Ressourcen).

  • Übung 4: Wechseln Sie die Perspektive. Stellen Sie sich vor, wie ein Freund oder Mentor Ihre Situation bewerten würde. Wie würde diese Person mit der Restriktion umgehen? Welche Chancen könnte sie darin sehen? Schreiben Sie alternative Sichtweisen auf und überlegen Sie, wie diese Ihnen helfen könnten, neue Möglichkeiten zu entdecken.

  • Übung 5: Gönnen Sie sich Ehrenrunden. Denken Sie an eine Situation, in der es Ihnen schwerfiel, mit einer Restriktion umzugehen. Analysieren Sie: Was hat dazu geführt, dass ich in alte Muster zurückgefallen bin? Was habe ich daraus gelernt? Betrachten Sie diese Rückfälle als „Ehrenrunden“ – als Teil Ihres Entwicklungsprozesses – und planen Sie neue Strategien für ähnliche Situationen in der Zukunft.

  • Übung 6: Visualisieren und verankern. Stellen Sie sich Ihr Sehnsuchtsziel bildlich vor: Wie sieht es aus? Wie fühlt es sich an? Welche Geräusche oder Gerüche verbinden Sie damit? Machen Sie dasselbe für Ihr zweitbestes Ziel. Nutzen Sie diese Visualisierungen regelmäßig als Motivation und Erinnerung an Ihre Fortschritte.

Quelle: managerseminare.de; Karin Dölla-Höhfeld, Günther Höhfeld

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