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Beitrag von John Kania und Mark Kramer aus managerSeminare 335, Februar 2026
Entwickelt haben den Ansatz John Kania und Mark Kramer, Berater beim Nonprofit-Consultingunternehmen FSG. Ausgangspunkt war ihre Beobachtung, dass Einzelinitiativen selten zur Lösung gesellschaftlicher Probleme führen. Als Reaktion darauf beschrieben die beiden im Stanford Social Innovation Review 2011 erstmals die „Methode des Gemeinsamen Wirkens“ („Collective Impact“). Dabei arbeiten Organisationen aus unterschiedlichen Sektoren – öffentliche Hand, Wirtschaft, Zivilgesellschaft – langfristig strukturiert zusammen, statt parallel zu agieren. Die Methode basiert auf einem systematischen Startkonzept und fünf Kernprinzipien.
Ein Collective-Impact-Prozess startet typischerweise mit einer gründlichen Analyse der Herausforderung. Dazu werden vorhandene Daten analysiert. Steht die Förderung von lebenslangem Lernen im Fokus, wären das zum Beispiel alle Informationen von Teilnahmequoten über Abbruchraten und Zugangsbarrieren bis hin zu demografischen Entwicklungen.
Parallel erfolgt die Mobilisierung relevanter Stakeholder. Dazu wird geklärt, wer beteiligt werden sollte: Bildungsträger, Unternehmen, Branchenverbände, Arbeitsagenturen, kommunale Verwaltung, Gewerkschaften, Volkshochschulen, private Weiterbildungsanbieter, Stiftungen, die Lernenden selbst – aber wer könnte für sie sprechen? Je mehr unterschiedliche Perspektiven, Ressourcen und Zugänge zur Zielgruppe, desto besser.
In einer Auftaktveranstaltung mit allen, die bereit sind mitzumachen, wird schließlich der Collective-Impact-Ansatz vorgestellt und das erste Commitment der Beteiligten abgeholt. Dabei werden auch Erwartungen geklärt: Der Prozess erfordert mehrjähriges Engagement und die Bereitschaft, Partikularinteressen zugunsten gemeinsamer Ziele zurückzustellen. Schnelle Ergebnisse sind eher nicht zu erwarten – dafür aber im Idealfall solche, die langfristig gesellschaftliche Veränderungen anstoßen und z.B. lebenslanges Lernen für viel mehr Menschen zur Gewohnheit machen.
1. Prinzip: Eine gemeinsame Agenda
In strukturierten Workshops erarbeiten die Beteiligten eine gemeinsame Vision. Diese könnte etwa lauten: „Bis 2030 haben alle Erwachsenen in der Region niedrigschwelligen Zugang zu bedarfsgerechten Weiterbildungsangeboten, mit denen sie sich persönlich und beruflich weiterentwickeln können.“ Diese Vision wird in messbare Ziele übersetzt, zum Beispiel die Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung um definierte Prozentpunkte, eine Reduzierung von Abbruchquoten oder Aufbau regionaler Beratungsstrukturen.