Management

Trendsport Visioning

Der Vision ergeben...

„Nicht immer... Aber immer öfter.” Klasse Slogan. Kennt jeder. Was aber, wenn alle Duftwässerchenhersteller, Autobauer, Pillendreher, einfach alle, die in TV-Spots und Printmedien für ihre Produkte und Dienstleistungen werben, unisono diesen Slogan penetrieren würden? Da würde man sich an den Kopf greifen. Trainer, Manager, Medien, Politiker, sie kommen uns alle unisono visionär. Man will ja nicht gleich die Hand heben, aber…
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Unsere Firmenstrukturen sind verkrustet, die Wettbewerbsfähigkeit erschlafft, unsere Denke ist starr. Zudem leiden wir unter Blähungen, Borniertheit und Bangigkeit. Die Krise ist da. Die Apokalypse droht. Aber gottseidank haben wir ja da noch unsere Visionäre. Oder jene, die uns und unsere Vorderleute zu solchen trainieren. Und jene, die nicht müde werden darüber zu schreiben und zu reden. Und schon sind die Probleme nicht mehr so gigantisch.

Wenn Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, soll der Forschungschef von Daimler-Benz, Michael Krämer gesagt haben, gemeinsam die Vision formulieren, zu welchen neuen und arbeitsplatzfördernden Technologien die Reise gehen soll, dann sei der Standort Deutschland nicht in Gefahr. Na bitte.

Womit man sich bislang nur an die Elite wandte, wohl wegen des hohen intellektuellen Anspruchs, wird endlich Breitensport: Visioning. Gleichauf im Trend mit Biking und Hiking. Aber auf viel höherem, kreativem Level. Etwa wie Paragliding. Interessant wäre, mit welchem Tätigkeitsverb man das Visioning bedenken sollte. Beim Hiking ist das Problem wohl schon gelöst. Laß uns, so sagt man jetzt in der Szene, einen Hike machen. Früher, und das sei hier an die Adresse der Gestrigen gerichtet, traf man sich stattdessen zum Wandern.

Früher, man mag diese Retrospektive gar nicht mehr gern, jetzt, wo wir den Quantensprung gemacht haben. Wo die Evolutionsspirale zur Mega-Windung herumschnellt. Es läßt mir dennoch keine Ruhe: Soll man sich eine Vision aufziehen oder reinziehen? Das wäre vielleicht eine Frage an den Neubiberger Trainer Otto Siegel und seine „Unsterblichen”. Das nenn ich mal eine Vision. Klar und groß formuliert: Macht endlich Schluß mit dem Unfug des Sterbens. Übrigens: Das hat ein amerikanischer Journalist lange vor Siegel & Co. schon einmal gefordert. In einem Buch. In einer Vorrede zu eben diesem Buch, es heißt auch „Unfug des Lebens und des Sterbens”, schrieb Sir Galahad: „Prentice Mulford selbst ist leider noch gestorben - aber gewiß zum letztenmal; und auch das war sicher pure - Schlamperei!”…
Autor(en): Henry J. Heibutzki
Quelle: managerSeminare 16, Juli 1994, Seite 22-27
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