Lernen

Trainingskompetenz

Trainer 2000 - mindestens Herkules?

Vor nicht allzu langer Zeit waren die Aufgaben noch klar verteilt. Die Unternehmensberater kamen, sahen und analysierten. Dann gingen Sie wieder. Die Trainer trainierten. Doch längst lösen sich diese Grenzen auf. Auftraggeber verlangen heute 'maßgeschneiderte' Lösungen, möglichst 'aus einem Guß'. Ein Unternehmensberater muß seine Expertise auch implementieren können. Doch damit beginnt er, im Arbeitsfeld der Trainer zu 'wildern'. Die Konsequenz: Trainer entdecken ihrerseits ein neues Betätigungsfeld, versprechen ihren Klienten verstärkt 'Beratung und Training'. Stellt sich die Frage: Kann dieser Anspruch von beiden Seiten auch eingelöst werden?
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Erstaunliche Parallelen weisen die Marktbedingungen für die Trainer- wie für die Unternehmensberaterbranche auf. Es fehlt an einem gesetzlich fixierten Berufsbild, die Markteintrittsbarrieren sind dementsprechend niedrig und auf beiden Märkten tummelt sich ein unüberschaubares Heer an Einzelkämpfern, die sich gerne auch mit der Etikette des Spezialisten schmücken. Das macht sie unnahbar und ihre angebotenen Leistungen entziehen sich dem unmittelbaren Vergleich. Die Klagen über schwarze Schafe und unseriöse Anbieter sind ebenfalls in beiden Branchen Legion. Sie kommen nicht nur von ent- oder gar getäuschten Auftraggebern, sondern auch aus der Branche selbst. Dies geschieht häufig aus nicht ganz uneigennützigen Motiven: Die Kritik an der eigenen Branche und an den Kollegen ist gut fürs Selbstmarketing und dient der eigenen Profilierung.

Aber sollte man überhaupt noch von unterschiedlichen Branchen sprechen? Immer deutlicher zeichnet sich die Entwicklung ab, daß Weiterbildungsinstitute und Beratungsunternehmen hinsichtlich ihres Tätigkeitsspektrums eine Symbiose eingehen. 'Die Implementierung von Empfehlungen spielt im Beratungsgeschäft eine immer größere Rolle', so Wilfried Domke, Geschäftsführer des Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V.: 'Ein Unternehmensberater muß umsetzen können. Das macht den direkten Umgang mit Mitarbeitern erforderlich, erfordert Wissen um menschliche Reaktionen und damit Moderations- und Coaching-Fähigkeiten.' Michael Behn, verantwortlich für Marketing und Vertrieb beim Böblinger hr TEAM, zäumt das Pferd von hinten auf, um letztlich zur gleichen Erkenntnis zu kommen: 'Wenn wir von Kunden gerufen werden, können wir noch gar nicht wissen, ob ein Training überhaupt die richtige Maßnahme ist. Die Probleme des Unternehmens müssen nicht ursächlich etwas mit mangelnder Qualifikation der Mitarbeiter zu tun haben. Zunächst einmal müssen wir eine Beratung vorschalten, um daraus die richtigen Maßnahmen abzuleiten.'…
Autor(en): Jürgen Graf, Henry J. Heibutzki, Dr. Cornelia Topf
Quelle: managerSeminare 28, Juli 1997, Seite 66-74
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