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Die tun was!

Training als Alibi

Die Klagen sind Legion: Viele Trainings bringen nicht den gewünschten Erfolg. Doch was ist der gewünschte Erfolg? Darüber haben Trainer, Geschäftsleitung und die betroffenen Mitarbeiter häufig gänzlich unterschiedliche Ansichten. Und manchmal bringt ein erfolgreiches Training die Geschäftsleitung erst so richtig in Zugzwang. Das muß nun wirklich nicht sein. Vielleicht sind die Klagen auch gar nicht so ernst gemeint …

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von managerSeminare
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Der Rubel rollt. Vier von fünf Unternehmen wollen ihre Weiterbildungsaktivitäten verstärken oder auf dem bestehenden Niveau halten, so das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln. Andererseits sind die Kassen leer geworden. Die jüngste Umfrage zur Weiterbildung vom Oktober 1996, durchgeführt von der Fachhochschule Stralsund und der Kölner Akademie für Betriebswirtschaft, sagt aus, daß die Ausgaben für Seminare und andere Bildungsmaßnahmen in den letzten drei Jahren um 20 Prozent gesunken sind. Da drängt sich der Eindruck auf: Weiterbildung ist ungeheuer wichtig, nur die Ausgaben ist sie nicht wert.

Was wird hier eigentlich gespielt? Offenbar gibt es nicht nur sehr widersprüchliche Untersuchungen und Trends im Markt, werden runde 2.000,- Mark pro Beschäftigten und Jahr in die Weiterbildung investiert - oder auch nicht. Wenn es denn wirklich 2.000,- Mark sind, kann damit je nach Auswahl der Themen und der Trainer, in der Tat eine ganze Menge 'eingekauft' werden, z.B.:

• Nicht ganz drei Tage 'Neue Führungskraft'. Die würden 2.480,- Mark kosten.
• Drei Tage 'Pädagogische Rhetorik' gibt es hingegen für 1.840,- Mark.
• 'Vertragsrecht' für die tägliche Praxis des Ein- und Verkaufs sind schon für 1.990,- Mark zu haben.
• 'Korrespondenz heute' für 1.180,- Mark ließe sich fast mit 'Professioneller Umgang im Geschäftsleben' für 890,- Mark kombinieren.

Die deutsche Tochter eines großen amerikanischen Unternehmens verpflichtet ihre Mitarbeiter, sich jedes Jahr fünf Tage lang weiterzubilden. So weit, so gut. Eine Überprüfung, ob tatsächlich fünf Tage trainiert, gelernt, nur abgesessen oder vielleicht doch lieber gleich verzichtet wurde, findet nicht statt. Die Auswahl der Themen bleibt den Mitarbeitern ganz und gar selbst überlassen. Ob ein Mitarbeiter zum fünften Mal das gleiche Training besucht, vielleicht wegen der charmanten Dozentin, ob ein anderer wahllos zwischen Rhetorik, Zeitmanagement, mentaler Fitneß und Persönlichkeitsentwicklung hin- und herzappt, interessiert nicht. Ganz zu schweigen von einer wie auch immer gearteten Erfolgskontrolle. Ist das das Ergebnis der derzeit so populären 'Dezentralisierung der Bildungsarbeit' oder vielleicht doch nur ein Feigenblatt, das dekorativ vor ein fehlendes Konzept gehalten wird…

Autor(en): Dr. Cornelia Topf
Quelle: managerSeminare 27, April 1997, Seite 32 - 33 , 8317 Zeichen

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