Wissen

Teil 3: Nachdiplom-Studiengänge

Weiterbildungsland Schweiz

Die Wirtschaft ist mit dem traditionellen Bildungssystem unzufrieden. Zu lange sei das Studium, zu wenig generalistisch seine Ausrichtung, zu wenig praxisrelevant die Inhalte; so einige der unternehmerischen Kritikpunkte. Außerdem biete das System der 'Einmalqualifizierung' keine Möglichkeit zur Weiterbildung und schließe weite Kreise Bildungswilliger aus. Das Hochschulstudium mitteleuropäischer Prägung bedürfe folglich dringend einer Ergänzung durch neue Studiengänge, die auch Nicht-Akademikern offenstehen müssten. An vorderster Stelle unter den deutschsprachigen Staaten hat die Schweiz diese Herausforderung angenommen. Die Eidgenossenschaft bietet heute eine Vielzahl verschiedenster Programme, welche den Aus- und Weiterbildungsbedürfnissen der Wirtschaft gerecht zu werden versuchen. Neben vielversprechenden Angeboten finden sich darunter allerdings auch fragwürdige Offerten, die in erster Linie auf den Geldbeutel des Interessenten zielen.
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In die deutschsprachige Bildungslandschaft hat sich Unsicherheit eingeschlichen. Jahrelang war der Weg in die Chefetagen der Industrie klar vorgezeichnet. Meist diente das Studium an einer anerkannten Hochschule, am besten mit anschließender Promotion, als Eintrittskarte in die Führungsriege der Wirtschaft. Ein Blick auf Vorstände oder Geschäftsleitungen sowie Verwaltungs- bzw. Aufsichtsräte von Großunternehmen veranschaulicht dies. Das lange Zeit unbestrittene Karrierekonzept ist in den letzten Jahren zunehmend ins Wanken geraten. Nicht, daß die Rechnung nicht mehr aufgehen würde. Im Gegenteil, selten wurde eine gute Ausbildung von den Personalleitern so gut honoriert wie heute. Die Wirtschaft ist aber immer weniger bereit, einen akademischen Titel als alleiniges Qualitätssiegel anzuerkennen. Was heute in der Praxis zählt, ist vor allem die erbrachte Leistung. Fehlt diese, so hilft auch der Hinweis auf das einst mit Bravour absolvierte Studium wenig.

Die Klagen der Praxis stießen nur bei wenigen Hochschulen und Kultusministerien auf Resonanz. Angesichts der Passivität der staatlichen Bildungsträger begannen die Bildungswilligen selbst nach Lösungen zu suchen. Diese lagen jenseits des großen Teichs. Die 'MBA'-Studiengänge versprachen praxisorientiertes Management-Wissen und ließen sich zudem - zumindest teilweise - berufsbegleitend besuchen. Die Ausgestaltung als Nachdiplomstudium macht es zu einem idealen Ergänzungsstudium für Personen, die keinen wirtschaftswissenschaftlichen Abschluß haben…
Autor(en): Michael Schade, Marek Lochmann
Quelle: managerSeminare 09, Oktober 1992, Seite 18-21
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