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Das wahre Gesicht der Macht

Tabu der Führungslehre

Macht hat man, aber man spricht nicht über sie. Kaum ein Thema ist in der deutschsprachigen Business-Welt so sehr tabuisiert wie das der Machtausübung. Schweigen, das schadet. Zum einen öffnet es Mythen über Macht Tür und Tor. Zum anderen verhindert es, dass in der Managementlehre über die Mechanismen der Macht reflektiert und die Kunst der maßvollen Machtausübung studiert wird.


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VW-Chef Martin Winterkorn gilt als einer der mächtigsten Manager Deutschlands. Zugeben würde er das nie. Als die Bildzeitung ihn im Herbst 2011 nach seinem Machtbewusstsein fragte, ging er direkt in Verteidigungsstellung: 'Glauben Sie mir, es gibt genug Gründe, die mich erden und davon abhalten, übermütig zu werden ... man sollte niemals ein übertriebenes Machtbewusstsein an den Tag legen.'

Ähnlich wie Winterkorn parieren viele deutsche Manager Fragen, die sich rund um ihre Macht drehen – wobei sie am liebsten das Wort Macht gar nicht in den Mund nehmen. 'Ich bin stark teamorientiert', antwortete Allianz-CEO Michael Diekmann der Wirtschaftswoche auf eine entsprechende Frage. 'Ich verfolge eher einen kooperativen Führungsstil', lautete die Replik von BASF-Boss Kurt Bock gegenüber dem Handelsblatt. Kaum ein Wort lässt Manager derart zusammenzucken wie Macht. Kaum ein Thema ist in der deutschsprachigen Business-Welt so sehr tabuisiert wie das der Machtausübung. Macht? Das macht man doch nicht. Warum eigentlich nicht?

'Die Wahrnehmung von Macht ist immer noch durch die Erfahrungen der Nazi-Diktatur und des Gedankengutes der 68er-Bewegung geprägt', stellt die Psychotherapeutin und Wirtschaftscoach Christine Bauer-Jelinek fest. 'Keine Macht für niemand' lautete vor mehr als 40 Jahren etwa eine der Parolen, die, sagt sie, immer noch nachhallt.

Hinzu kommt eine Presse, die ihren Fokus sehr einseitig auf die Macht richtet: 'Über Macht wird in der Regel nur dann geschrieben, wenn sie missbraucht wird', sagt Bauer-Jelinek, die sich bereits seit 20 Jahren mit dem Thema Macht beschäftigt. Geschichten wie die der VW-Manager, die ihre Macht nutzten, um Sexpartys und Lustreisen zu organisieren, haben sich durch breite Berichterstattung tief ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Kein Wunder, dass wir beim Wort Macht sofort das Wort Missbrauch mitdenken.

Extras:

  • Machtkompetenz: Von Kommunikation bis Emotionen – Fünf Regeln für Führungskräfte
  • Literaturtipps: Kurzrezensionen von drei Büchern zum Thema Macht sowie Hinweis auf einen Fachartikel über den 'Mythos Macht'

Autor(en): Andree Martens
Quelle: managerSeminare 165, Dezember 2011, Seite 24 - 29 , 21225 Zeichen

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