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Studie über Personalberichterstattung

Manager fürchten Kennzahlen

Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital von Unternehmen? Von wegen. Die meisten Firmen vernachlässigen den Faktor Human Capital in ihren Geschäfts-, Personal- und Nachhaltigkeitsberichten. Festgestellt hat dies ein Team um den Saarbrücker BWL-Professor Christian Scholz in einer Analyse der Human-Capital-Reporting-Aktivitäten von Unternehmen, die zwischen 2009 und 2011 zum DAX-30 gehörten. Grundlage der Analyse war der Standard HCR10, der Kennzahlen für eine transparente Personalberichterstattung definiert. In den Berichten findet sich im Schnitt nur ein Viertel der Kennzahlen, die für eine umfassende, transparente Darstellung des Humankapitals notwendig sind. Am häufigsten listen die Firmen ihre Personalkosten und die Zahl der Mitarbeiter auf. Zurückzuführen ist dies laut Scholz auf simple Denkmuster aus dem Rechnungswesen, wonach sich Personalkennzahlen auf die Rechung 'Menge mal Preis' reduzieren. Der Rest dagegen ist Schweigen. Vor allem über Faktoren wie ihre Personalstruktur, die Aus- und Weiterbildung, das Arbeitsumfeld und die Motivation im Unternehmen publizieren die meisten Firmen fast nichts. Können sie auch nicht. Denn die Daten werden nicht systematisch erhoben. Neben der traditionellen Zahlenaversion vieler Personalmanager vermutet Scholz noch andere, unschmeichelhaftere Gründe hinter dieser Zurückhaltung: 'Viele Personalmanager und Führungskräfte fürchten eine umfassende Personalberichterstattung, weil sie damit für personalwirtschaftliche Phänomene wie Fluktuation oder mangelnde Leistungsbereitschaft verantwortlich gemacht werden könnten.' Ohne systematische Kennzahlenerhebung könnten sie sich hinter verbalen Unverbindlichkeiten verstecken und müssen keine nachvollziehbaren Begründungen für personalwirtschaftliche Aktivitäten und Ergebnisgrößen wie Entlassungen, Leiharbeit, Qualifizierungsoffensiven oder die Leistungsbereitschaft im Unternehmen liefern. Lückenhafte Personalberichterstattung ist insofern ein Indiz für unprofessionelle Personalarbeit.
Autor(en): (jum)
Quelle: managerSeminare 182, Mai 2013
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