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Spezialisten in Serie
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Was macht eigentlich ein ... Visual Facilitator?

Ob auf Konferenzen, in Meetings oder Change-Prozessen: Visual Facilitators setzen bei der Arbeit mit Gruppen auf die Macht der Bilder. Ihr Instrument: der Stift. Wie Unternehmen von den Diensten der zeichnenden Berater profitieren – managerSeminare mit dem Porträt einer noch jungen Profession.
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Erst waren es nur wenige klatschende Hände, dann immer mehr. Schließlich formierte sich ein tosender Applaus, der minutenlang anhielt. Reinhard Kuchenmüller erinnert sich noch sehr genau an jenen Moment während seines ersten größeren Projekts. Damals, Anfang der 90er-Jahre. Ein Automobilkonzern hatte ihn beauftragt, die Fusion zweier Standorte zu begleiten. Der studierte Architekt tat dies auf seine eigene Weise: Er stellte Fragen – im ganzen Betrieb und auf allen Ebenen – und hielt die Antworten in Bildern fest. Zu dem denkwürdigen Beifall kam es, nachdem er einer Gruppe von Mitarbeitern aus der Produktion seine Zeichnungen präsentierte. 'Ich war zunächst perplex, bis mir aufging: Die Bilder machten die Ideen der Arbeiter sichtbar. Sie wurden gesehen und gehört. Und das hat sie begeistert', erzählt Kuchenmüller.

Der spontane Applaus der Arbeiter war für Kuchenmüller ein Schlüsselerlebnis. Seitdem hat er die besondere Wirkungskraft von Visualisierungen in mehr als 600 Projekten eingesetzt und dabei oft erlebt, wie Menschen sich selbst und andere besser verstehen. Auf die Idee, visuelle Techniken für die Arbeit in Organisationen zu nutzen, ist er durch seinen Ursprungsberuf gekommen. Als Architekt hatte er oft beobachtet, wie simple Zeichnungen die Verständigung zwischen unterschiedlichen Parteien wesentlich vereinfachen.

Inspiration fand er in dem Buch 'Problem seeking', das heute als Standardwerk für die Zusammenarbeit von Laien und Architekten gilt. Der amerikanische Architekt William M. Peña beschreibt darin, wie er die Ideen und Wünsche seiner Klienten in Skizzen auf kleinen Karten festhielt. Kuchenmüller begann mit dieser Methodik zu experimentieren und bemerkte schnell, dass ihn die Arbeit mit Menschen und Bildern mehr faszinierte als Gebäude und Steine. Schließlich wagte er den Schritt, sich mit einer bis dato in Deutschland unbekannten Dienstleistung selbstständig zu machen und gründete 1998 die Firma Visuelle Protokolle.

Extras:

  • Varianten von Visualisierung: Was im Unternehmen und im Alltag nützlich sein kann
  • Literaturtipps: Kurzrezensionen von zwei Büchern über Visualisierung und Hinweis auf einen Fachartikel über Visual Facilitating
Autor(en): Nina Peters
Quelle: managerSeminare 200, November 2014, Seite 56-61
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