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Was macht eigentlich ein ... Unternehmenshistoriker?

Spezialisten in Serie

Für Unternehmen kann es sich lohnen, nicht immer nur nach vorne zu schauen. Wer sich statt Zukunfts- auch mal Geschichtsforscher ins Haus holt, kann aus den Einsichten in die Vergangenheit oft direkten Nutzen für Gegenwart und Zukunft ziehen. Was ihre Arbeit in puncto Firmenkultur, Führung und Personalmarketing bewirkt, verraten im vierten Teil unserer Jobprofil-Reihe zwei Unternehmenshistoriker: Rainer Lächele und Ingo Stader.

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Von dem Gebäude auf dem Schwarz-Weiß-Foto stehen nur noch verkohlte Reste. Mehr haben die Bomben des Zweiten Weltkriegs nicht übrig gelassen. Das Foto sagt viel aus. Über menschlichen Wahnsinn, über Gewalt und Elend. Aber für den Mann, der die Aufnahme aus dem Jahr 1945 im Jahr 2009 in Händen hält, bedeutet sie auch noch etwas anderes. Er ist der heutige Geschäftsführer des Unternehmens, dessen Bauten damals in Schutt und Asche lagen. Noch im Vorjahr plante er enthusiastisch das 150-jährige Jubiläum seines Betriebes. Doch dann kam die Wirtschaftskrise – und dem Firmenchef verging die Lust aufs Feiern gründlich. Aber nun ist da plötzlich dieses Foto. 'Mensch, das war eine wirklich schlimme Situation, damals. Gar kein Vergleich zu heute', bricht es aus dem Unternehmer hervor.

Als er den Kopf hebt und Rainer Lächele anschaut, weiß dieser, dass er wieder etwas geschafft hat, was sonst eher Psychologen oder Coachs vorbehalten ist: Er hat einem Menschen zu einem heilsamen Perspektivenwechsel verholfen. 'Psychohygiene betreiben', nennt Lächele das. In seiner Arbeit erzielt er häufiger diesen Effekt – Führungskräften zu einer gelasseneren Sicht auf die Gegenwart zu verhelfen.

Lächele ist Unternehmenshistoriker. Er verschafft Firmen Zugang zu ihrer Geschichte. 'Und da gibt es immer wieder diese erhellenden Momente, in denen Führungskräfte und Unternehmensinhaber erkennen, dass es Krisen schon immer gab. Und dass sich auch schon immer Auswege daraus finden ließen', sagt Lächele. Es sind nicht zuletzt solche Momente, die dem Wissenschaftler Freude an seinem Beruf bereiten: unmittelbarer, als es in der akademischen Forschung je möglich wäre, zu spüren, dass Menschen aus Geschichte Nutzen für die Gegenwart ziehen können.

Autor(en): Sylvia Jumpertz
Quelle: managerSeminare 159, Juni 2011, Seite 62 - 66 , 18329 Zeichen

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