Lernen

Seminartourismus

Weiterbildung mit Tapetenwechsel

Wie und warum Seminare stattfinden, wurde schon hundertfach erörtert. Seltener wird dagegen die Frage nach dem “Wo?” gestellt. Ein Forschungsprojekt “Seminartourismus” an der Universität Basel ermöglicht differenzierte Aussagen zum räumlichen Verteilungsmuster und liefert somit Rückschlüsse für wirkungsvolle Marketingaktivitäten der Hotels.
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Seminartourismus? Manchmal schwingt bei diesem Wort eine Prise Ironie mit: Dann nämlich, wenn Führungskräfte unter dem Deckmantel “Seminar” an einem schicken Ort eine Incentiveveranstaltung genießen dürfen. Mit Seminartourismus in seiner wissenschaftlichen Definition hat dies jedoch nichts zu tun. Ziel des Forschungsprojekts war die umfassende Darstellung dieser Tourismusform, in der sich Lernveranstaltungen, Ortsveränderung und touristische Zusatzaktivitäten gegenseitig befruchten. Anders ausgedrückt: Die Attraktivität von Seminaren außer Haus liegt in der Kombination von Weiterbildung und Tapetenwechsel. Eine ungewohnte Umgebung wirkt sich positiv auf Lernatmosphäre, Lernmotivation und Lernerfolg aus. Zudem darf eine auf Weiterbildung basierende Reiseform aus gesellschaftlicher und tourismuspolitischer Sicht als förderungswürdig eingestuft werden.

Kaum ein Begriff in der modernen Wirtschaftssprache ist so vieldeutig wie Seminar. Definitionen sind spärlich, Überschneidungen zu benachbarten Begriffen wie Kongressen oder Symposien häufig. Ein neuer Anlauf zur Begriffsbestimmung ist daher zwingend. Die an der Universität Basel (Schweiz) entwickelte Definition lautet vereinfacht: “Seminartourismus umfaßt all jene Erscheinungen, die entstehen, wenn erwachsene Menschen bewußt eine Reise auf sich nehmen, um sich in Seminaren an einem Ort fern der gewohnten Lebensumgebung weiterzubilden. Als Seminar gelten dabei Bildungsveranstaltungen von maximal sieben Tagen Dauer, bei denen allgemeinbildende oder berufsbezogene Inhalte in intensiver Form an Gruppen von höchstens 50 lernwilligen Personen vermittelt werden.”

Ausgehend von dieser Definition werden die Unterschiede zwischen Seminartourismus und verwandten Tourismusformen augenfällig. Dem Incentive- und Konferenztourismus liegen andere Motive zugrunde: Geht es beim ersteren um eigentliche “Belohnungsreisen”, steht beim letzteren “die tägliche Arbeit” im Zentrum der Aufmerksamkeit…
Autor(en): Dr. Daniel von Arx
Quelle: managerSeminare 14, Januar 1994, Seite 56-65
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