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Rote Karte für farblose Texte

Seminarreportage

Analog zum Corporate Design hat Sprach-Berater Förster „Corporate Wording“ entwickelt – ein Konzept für eine Schreibkultur im Unternehmen. In Seminaren und Büchern zum Thema will Förster zeigen, wie trockene Sprache zum lebendigen Dialog wird, wie Worte wirken und den Erfolg von Geschäftsbriefen beeinflussen. Der Kommunikationsexperte plädiert dafür, eingefahrene Schreibkanäle zu verlassen, lebendiger, bildhafter und persönlicher zu schreiben – besonders in Geschäftsbriefen.

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Original oder Fälschung? Die Seminarteilnehmer sind mißtrauisch. Was sollen sie von dem Brief halten, den ihnen Kursleiter Hans-Peter Förster vorgelegt hat? Offensichtlich hat der freischaffende Autor Post von seinem Finanzamt bekommen. Doch Anrede und Stil sind so freundlich und angenehm, daß der Leser sofort stutzig wird: „Guten Tag, Herr Förster, wir danken Ihnen für die korrekt ausgefüllte Steuererklärung und die übersichtlich zusammengestellten Unterlagen. Sie haben uns die Arbeit damit sehr erleichtert. Der Steuerbescheid – vielleicht ja auch zu Ihrem Gunsten – wird pünktlich in sechs Wochen auf Ihrem Schreibtisch liegen. Dafür setzen wir uns ein. Beste Grüße nach Bad Söckingen.“

Spätestens beim zweiten Lesen merkt jeder: Dieses Schreiben hat sich Förster selbst ausgedacht. In der Realität werden Deutschlands Steuerzahler mit Amtsfloskeln abgespeist, die jede noch so simple Botschaft in einen unverdaulichen Textbrei verwandeln. Doch Förster warnt davor, sich über die umständlichen Finanzbeamten lustig zu machen. Denn allzuviele Unternehmen machen es kaum besser. Im Gegenteil: Für viel Geld entwickeln sie flotte Werbebotschaften und Marketingstrategien. Doch in ihren Briefen, Geschäftsberichten und Bedienungsanleitungen verfallen sie in trockenes Bürokratendeutsch und steife Dialekte. Försters Befund: „Die Schreibkulturen auf den verschiedenen Ebenen zeigen oft ein steiles Gefälle. Dadurch senden Geschäftsberichte, Werbetexte und Korrespondenz desselben Unternehmens oft widersprüchliche Signale an Kunden und Mitarbeiter.“

Diesen sprachlichen Schlendrian will Förster mit einem eigens entwickleten Sprachprogramm ausmerzen.Corporate Wording heißt Försters Konzept für eine durchgängige Schreibkultur in Unternehmen. Wie Corporate Wording funktioniert, will der Referent den Seminaristen in zwei Tagen vermitteln.

Schon bei der einführenden Problemanalyse, die Förster locker und überzeugend vorträgt, stellt sich heraus: Der Referent spricht seinen Zuhörern aus der Seele. Die meisten Zuhörer kommen übrigens aus dem PR-Bereich. Auch eine Fernseh-Redakteurin vom WDR ist dabei, genau wie eine Sekretärin und ein Unternehmensberater. Sie alle wissen aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, im Schriftverkehr den richtigen Ton zu finden…

Autor(en): Markus Sievers
Quelle: managerSeminare 25, Oktober 1996, Seite 28 - 29, 10348 Zeichen

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