Kunden-Login


Ihr Warenkorb ist leer
 

Ihr Warenkorb ist leer !

Es muß nicht immer Kaviar sein

Seminarreportage

Stil und Etikette sind wieder in. Doch die Kinder der Sechziger Jahre, die nun in Führungspositionen rücken, fühlen sich auf dem gesellschaftlichen Parkett nicht immer sicher. Im Gegensatz zur älteren Generation hatten nur wenige von ihnen die Chance, gute Umgangsformen zu erlernen. In Etikette-Seminaren können die Versäumnisse nachgeholt werden.

kostenfrei für Abonnenten
von managerSeminare
komplette Ausgabe
als ePaper:

Das Licht der Kerzen spiegelt sich in den Gläsern, der Tisch ist stilvoll gedeckt, die festlich gekleideten Gäste erscheinen zum Aperitif. Sie wählen einen Sherry, Campari oder Champagner und schauen erwartungsvoll zu Lis Droste, der Gastgeberin. Die hebt ihr Glas, schaut in die Runde und sagt: „Der kleine Finger wird nicht abgespreizt.“

Warum, will sie erst am kommenden Tag verraten, denn über Unappetitliches wird weder vor noch bei Tisch gesprochen. Statt dessen bittet Lis Droste die Herren, ihre Tischdamen zum Platz zu geleiten. In den kommenden vier Stunden werden die Gäste bei frischen Felsenaustern auf gestoßenem Eis, Hummer mit Kaviar-Schmand und gebratenen Wachteln auf einem Ragout von Waldpilzen lernen, was sich bei Tisch gehört und was nicht.

Das Schlemmer-Menu ist der Auftakt des Seminars „Sicher auftreten, gewandt repräsentieren“ der WestLB Akademie Schloß Krickenbeck in Nettetal am Niederrhein. Der Theorie-Unterricht zu modernen Umgangsformen und die Farb- und Stilberatung werden tags drauf in nüchternerem Ambiente folgen. Doch am ersten Abend tafeln die Teilnehmer im Keller des aufwendig renovierten Wasserschlosses, das im 17. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte und heute als Akademie für Führungskräfte dient.

Lis Droste – Trainerin für Stil und Etikette – zeigt ihren Gästen, wie man lebende Austern samt Meerwasser aus der Schale schlürft, denn: „Bei Austern ist das Schlürfen ausnahmsweise erlaubt.“ Um Mißverständnissen vorzubeugen, weist sie darauf hin, daß die zum Hummer gereichte Schale mit Wasser und einer Scheibe Zitrone dem Reinigen der Finger dient: „Essen Sie das bloß nicht, das ist keine klare Suppe.“ Und sie rät den Herren, sich hilfsbereit, aber nicht aufdringlich zu verhalten, falls sie der Tischdame ein Glas Rotwein über das weiße Abendkleid kippen: „Legen Sie in keinem Fall mit der eigenen Serviette Hand an. Begleiten Sie die Dame zum Waschraum und übernehmen Sie die Reinigungskosten.“

Der Hummer bereitet den Gästen die größten Probleme. Wie bekommt man das Fleisch aus der Karkasse, ohne sich als blutiger Anfänger zu outen? Hummergabel und -zange gleichen einem Chirurgenbesteck – wie operiert man damit? Das Thema Meeresfrüchte ist so vielschichtig, daß Lis Droste während einer kleinen Essenspause eine Nachhilfestunde einlegt…

Autor(en): Ursula Katthöfer
Quelle: managerSeminare 27, April 1997, Seite 30 - 31 , 9553 Zeichen

ANZEIGE

Suche im Archiv


© 1996-2019, managerSeminare Verlags GmbH, Endenicher Str. 41, D-53115 Bonn
Mobile-Ansicht



OK

Wir verwenden Cookies, um Ihre Zufriedenheit auf unserer Website zu steigern. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen finden Sie hier