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Schriftart fürs Gedächtnis

Sans Forgetica scheitert in der Praxis

Mut zur Lücke bewiesen australische Forscher des Royal Melbourne Institute of Technology beim Design der Schrift­art Sans Forgetica. Auslassungen bei den Buchstaben sollten dem Gehirn auf die Sprünge helfen und Inhalte, die in der schwierig zu lesenden Schriftart dargestellt werden, einprägsamer machen (vgl. Meldung in der Ausgabe 260). Ein neuseeländisches Forscherteam der University of Waikato in Hamilton hat nun aber bewiesen, dass die Schrift­art in der Praxis nicht hält, was ihre australischen Entwickler sich von ihr versprochen hatten. Mithilfe von 882 Versuchspersonen wurden insgesamt vier Experimente durchgeführt – die Ergebnisse waren ernüchternd. Die Teilnehmenden konnten sich an Text­inhalte, die in Sans Forgetica verfasst waren, nicht besser erinnern als an solche, die in Arial dargestellt wurden – teilweise beeinträchtigte die schwer lesbare Schriftart ihr Erinnerungsvermögen sogar. Immerhin ein Ziel haben die australischen Forscher aber erreicht: Das erste Teilexperiment ergab eindeutig, dass die Versuchspersonen Sans Forgetica schlechter lesbar fanden als Arial.
Autor(en): Nathalie Ekrot
Quelle: managerSeminare 270, September 2020
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