Wissen

Redenschreiben

Geschichten statt Zahlen

Ein Redner ist nur so gut wie sein Redenschreiber. Das wird allzu schnell vergessen, wenn den Wirtschaftsbossen und Politikern vor Publikum die Worte wie selbstverständlich von den Lippen kommen. Ausgedacht und glattgeschliffen wurden sie im Hinterzimmer, jeder Witz ist einstudiert, jede Frage vorformuliert. Wie Reden ankommen und was Redenschreiber können müssen, erklärt Aram Bakshiam. managerSeminare traf den Redenschreiber, der unter anderem für Ronald Reagan gearbeitet hat, in seinem Büro in Washington, D.C.
Kostenfrei für Abonnent/innen von managerSeminare
Downloaden
Viele amerikanische Wirtschaftsredner haben auch in Europa Erfolg. Sie gelten als informierend, effizient und unterhaltend. Sind die Redner des Alten Kontinents im Vergleich schlechter?

Aram Bakshian: 'Deren Reden erinnern mich manchmal an einen Geschäftsbericht oder eine Sitzungsvorlage - sie sind genauso trocken. Die Redner sprechen selten wirklich die Interessen des Publikums an. Nach meiner Erfahrung sind auf Deutsch gehaltene Wirtschaftsreden oft steif, weitschweifig und fade. Vor vielen Jahren waren auch die Wirtschaftsreden in Amerika so. Aber je mehr Einfluß das Fernsehen bekam, desto informeller und ungezwungener wurde auch die Art zu reden.'

Aus Ihrer Sicht als Redenschreiber: Was würden Sie empfehlen, damit sich das Publikum bei deutschen Managerauftritten weniger langweilen muß?

Aram Bakshian: 'Nehmen wir eine Weisheit, die Ronald Reagan gern verbreitete. Er sagte: Eine Anekdote ist mehr wert als tausend Statistiken. Mit anderen Worten: Man sollte versuchen, den Inhalt real zu machen. Wenn es also um Managerthemen wie die Bewältigung von Wandel geht, dann sollte man versuchen, das auf ein menschliches Format zu ziehen. Das Thema humanisieren! Ein guter Redner erzählt dazu eine Geschichte, illustriert das Prinzip anhand einer geglückten Analogie aus dem wirklichen Leben oder hat Beispiele, die das Thema für das Publikum spannend machen.' …
Autor(en): Axel Gloger
Quelle: managerSeminare 36, Mai 1999, Seite 51-52
Wir setzen Analyse-Cookies ein, um Ihre Zufriedenheit bei der Nutzung unserer Webseite zu verbessern. Diese Cookies werden nicht automatisiert gesetzt. Wenn Sie mit dem Einsatz dieser Cookies einverstanden sind, klicken Sie bitte auf Akzeptieren. Weitere Informationen finden Sie hier.
Akzeptieren Nicht akzeptieren
nach oben Nach oben