Management

Qualifizierung von Personalentwicklern

Jongleur der Kompetenzen

Kataloge sammeln, Standardtrainings halten, Seminarhotels buchen: All das zählt zur Personalentwicklung von gestern. Zukunftsorientierte Unternehmen holen die Personaler jetzt aus den Hinterzimmern und machen sie zu Strategen des Erfolgs. Was Personal Developer in ihrer neuen Rolle leisten müssen und wie sie es lernen können.
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Von Personalentwicklern wird heute echte Wertschöpfung verlangt. Der Grund: Insbesondere durch den Boom der IT- und Consultingunternehmen sind die Arbeitsmärkte abgeräumt. Da von außen kaum noch Leistungsträger in ausreichender Zahl zu rekrutieren sind, müssen Personalentwickler Hausgewächse züchten. Als Nachweis für den Nutzen ihrer Arbeit müssen sie zudem Zahlen vorlegen, die deutlich machen, dass die Aktivitäten den Unternehmenswert gesteigert haben.

Damit ändert sich das Aufgabenprofil der Personal Developer: Sie arbeiten heute mehr als Organisationsberater denn als Trainer, nehmen an den Staff-Meetings der Führungsriege teil, beteiligen sich an Projekten der Organisationsentwicklung und konzipieren Qualifizierungs-Curricula gemeinsam mit den Linienmanagern – und das streng bedarfs- und unternehmensorientiert. 'Die Personaler sind Partner und Helfer der Führungskräfte. Sie beraten sie und entwickeln die nötigen Werkzeuge.' so die Beobachtung von Dr. Klaus Johann Eder, Geschäftsführer der PEF Consulting GmbH, Wien.

Moderne Personalentwicklung verlangt Managementwissen und BWL-Kenntnisse, analytische wie konzeptionelle Fähigkeiten und einen Blick für Gesamtzusammenhänge. Unternehmerisches Denken und Handeln ist genauso gefragt wie eine starke Persönlichkeit. Leistungsstarke Personal Developer, darin sind sich die PE-Experten einig, ruhen in sich, treten authentisch auf, besitzen Selbstwertgefühl, kehren ihre Werte aber nicht ständig nach außen. Mit dieser Charakterstruktur, die Leopold Stieger, Geschäftsführer der Gesellschaft für Personalentwicklung GmbH, Wien, als 'Eigenkompetenz' bezeichnet, können Personalentwickler die Entscheidungsträger im Unternehmen für sich gewinnen. Ein wichtiger Punkt, denn ohne das Vertrauen der Führungsriege sind alle innovativen Pläne und strategischen Schritte auf Eis gelegt. Ein weiteres entscheidendes Erfolgsmerkmal: HR-Developer brauchen die Fähigkeit, sich und andere zu begeistern. 'Sie müssen sympathiewerbend mit den Menschen zusammenarbeiten und sich aufrichtig für ihre Ansichten und Probleme interessieren', nennt DGFP-Geschäftsführer Böhm Voraussetzungen für die Mobilisierung der Mitarbeiter.

Die Qualifikationen moderner Personalentwickler erscheinen Schwindel erregend. Dennoch: Unerreichbar sind sie nicht. Die meisten Fähigkeiten und Kenntnisse lassen sich erwerben – auch für Personaler, die schon im Beruf stehen: Mehrere Hochschulen bieten Aufbaustudiengänge und berufsbegleitende PE-Lehrgänge an. Neben den Hochschulen bieten einige Industrie- und Handelskammern längerfristige Lehrgänge an. Daneben gibt es zahlreiche Modul-Programme und Kompaktveranstaltungen privater Trainer und Berater sowie der DGFP.

Extras:
  • Info-Kasten: Die Aufgabenfelder eines Personalentwicklers.
  • Marktübersicht: 16 Ausbildungen für Personalentwickler im Vergleich: Anbieter, Lehrgänge, Zielgruppen, Programmschwerpunkte, Dauer, Kosten und Termine.
Autor(en): Svenja Gloger
Quelle: managerSeminare 42, Mai 2000, Seite 90-100
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