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Qualifizierung für Betriebsräte

(K)ein Markt wie jeder andere

2006 ist Wahljahr - zumindest für Betriebsräte in Deutschland. Zwischen März und Mai wählen die Mitarbeiter in vielen deutschen Unternehmen ihre Interessenvertreter neu. Wie stets, wird dann auch wieder der Bedarf an Qualifizierungsmaßnahmen für diese Zielgruppe in die Höhe schnellen. Doch wer als Trainer das Marktsegment der Betriebsratsqualifizierung ins Auge fasst, darf dessen Besonderheiten nicht übersehen.
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Lustreisen, Korruption und Co.: Seit der VW-Affäre ist das Image der Betriebsräte in Deutschland etwas angekratzt. Was angesichts eines solchen Skandals jedoch leicht übersehen wird: Die meisten Manager und Unternehmer sind nach einer Umfrage der Nürnberger Unternehmensberatung Weissman und Cie. aus dem Jahr 2005 durchaus zufrieden mit der in ihrem Unternehmen praktizierten Mitbestimmung. Nur 3,6 Prozent der in dieser Studie befragten 500 Geschäftsführer würden den Betriebsrat abschaffen, wenn sie die Wahl hätten, deutlich über 80 Prozent wollen ihn behalten.

Betriebsräte nehmen also auch aus Sicht der Geschäftsführung eine wichtige Rolle ein. Sie sind ein bedeutsames Bindeglied zwischen Management und Mitarbeitern. Das stellt sie vor hohe Anforderungen - und macht sie zu einer lohnenden Zielgruppe für anspruchsvolle Qualifizierungsangebote.

Plausible Schätzungen gehen von ca. 300.000 Betriebsratsmitgliedern in Deutschland aus. Ein für Trainingsanbieter durchaus bemerkenswerter Fakt ist: Das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) sichert jedem Betriebsrat ausdrücklich ein Recht auf angemessene Qualifizierung für seine Aufgabe zu, wobei das Unternehmen die Kosten dafür zu tragen hat. Daraus ergibt sich ein Rechtsanspruch auf diejenigen Qualifizierungsmaßnahmen, die für die Tätigkeit erforderlich sind.

Der Qualifizierungsbedarf ergibt sich daraus, dass die Aufgabenfelder von Betriebsräten ausgesprochen umfangreich und anspruchsvoll sind: Der Betriebsrat soll die Interessen der Mitarbeiter durch die Wahrnehmung von Informations-, Beratungs- und Mitbestimmungsrechten vertreten. Zudem muss er mit dem Management auf einer Ebene verhandeln und Unternehmensentscheidungen konstruktiv-kritisch begleiten können, ob es sich dabei nun um Entscheidungen über personelle Maßnahmen handelt oder um Entscheidungen in Bereichen wie Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung, Arbeitszeit und Vergütung oder Einführung von IT-Systemen.

Extras:
  • Worin Betriebsräte trainiert werden müssen
  • Service: Hinweise auf zwei aktuelle Studien zum Thema Betriebsrätequalifizierung
Autor(en): Dr. Christof Balkenhol
Quelle: managerSeminare 96, März 2006, Seite 56-60
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