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Prominente Trainer

Marketing ist Gold wert

Man kann von den Erfolgstrainern halten, was man will, eins jedoch ist klar: Sie sind reich und berühmt, sie haben es geschafft, auf sich aufmerksam zu machen. PR-Berater Michael Gestmann analysiert ihre Marketingstrategien.
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Am Eingang der Dortmunder Westfalen-Halle steht eine Menschentraube: Über 10.000 Besucher drängeln sich durch die Eingangstore. Sie sind nicht etwa gekommen, um einem Konzert zu lauschen, nein, sie wollen einen Trainer sehen. Der Mann, der derart viele Menschen Samstag morgen aus den Betten holt, heißt Jürgen Höller. Er ist Motivationstrainer, nach eigenen Angaben teuerster Trainer Deutschlands und die Hauptattraktion beim Motivationstag 2000 Anfang Februar. Viele Fans sind unter den Gästen, selbstverständlich aber auch Kritiker…

Geliebt, beneidet, gehasst zu werden - das kennt nicht nur Jürgen Höller. Allen Trainer-Prominenten geht es ähnlich: Sie polarisieren, teilen auf in Fans und Gegner. Als Gegenstand massenmedialer Betrachtung gehören sie zum Adel der Trainergilde. Und vor allem deshalb gelingt ihnen eines - weit überdurchschnittlich zu verdienen. Das Feilschen um selbst die höchsten Honorare und das Anbiedern um Aufträge fällt weg, Türen öffnen sich wie von allein und vor allem: Dank der hohen Popularität sind sie beachtet und haben Vorrechte – in Hotels oder bei Verlagen.

Wer aber zählt in der deutschen Trainerzunft zu den Prominenten? Ist es Vera F. Birkenbihl, Nikolaus B. Enkelmann, Jürgen Höller und Bodo Schäfer? Oder Jörg Löhr, Rolf H. Ruhleder, Lothar J. Seiwert und Reinhard Sprenger? Wie erwartet, die üblichen Verdächtigen: Als prominent gilt, wer über Fachkreise hinaus bekannt ist. Ob weitere dazu kommen, wird die Zukunft zeigen. Momentan versucht beispielsweise Thomas H. Bastian aus Bamberg in den Promi-Zirkel aufgenommen zu werden. Mit einer Mitteilung an die Presse hat er angekündigt, 'Alttrainern wie Enkelmann & Co.' den Rang ablaufen zu wollen. Zudem bringt er sich allein deshalb ins Gespräch, weil er Jürgen Höller coacht.

Dabei ist natürlich klar: Die (angehenden) Prominenten sind nicht zwangsläufig die besten Trainer. Öffentliche Reputation bedeutet noch lange nicht, dass die Leistung Spitze und unumstritten ist. Andererseits ebnen sehr gute Trainings allein keineswegs den Weg in die ‘hall of fame’…
Autor(en): Michael Gestmann
Quelle: managerSeminare 42, Mai 2000, Seite 65-68
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