Management

Personalpolitik

Ich beschäftige eine Familie

Waren es früher Karrierechancen und ein verlockendes Gehalt, mit denen Mitarbeiter an Unternehmen gebunden werden konnten, so verschieben sich heute die Akzente immer deutlicher in Richtung Privatleben. Innovative Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern eine Vielzahl von Möglichkeiten, um Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bringen. managerSeminare stellt richtungsweisende Konzepte vor.
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'Die Berufstätigkeit beider Elternteile (Dual Career) stellt völlig andere und individualisiertere Anforderungen an Organisationen als bei der überkommenen familiären Arbeitsteilung zwischen Mutter und Vater', sagt Hartmut Molis, Referent für Personalpolitische Grundsatzfragen bei der Deutschen Lufthansa AG in Köln. Familien benötigen seiner Ansicht nach auch im Betrieb Infrastrukturen, die helfen, die Kinderbetreuung individuell optimal zu regeln.

Die Lufthansa AG zählt zu den Vorreitern bei der Entwicklung familienfreundlicher Strukturen im Betrieb. Als eines der ersten Unternehmen in Deutschland führte die Airline bereits Anfang der siebziger Jahre flexible Arbeitszeitmodelle ein. Seit 1992 unterstützt die Lufthansa AG ihre Mitarbeiter auch bei der Kinderbetreuung. Eine Betriebsvereinbarung zur Chancengleichheit aus dem Jahre 1994 zielt auf die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Vorteile einer familienorientierten Personalpolitik wissen zunehmend aber auch innovative Mittelständler zu schätzen. Als Musterbeispiel eines familienfreundlichen Betriebes gilt die 1996 mit dem Preis des Bundesfamilienministeriums ausgezeichnete Rösch GmbH in Tübingen: Betriebskindergarten, Kindermenus in der Kantine, 99 verschiedene Arbeitszeitmodelle, Hallenbad und Tennisplätze auf dem Firmengelände. Dort können die Beschäftigten sogar zusammen mit ihren Angehörigen die Freizeit verbringen. Rund 240.000 Mark pro Jahr lässt sich der Textilhersteller den zum 25. Firmenjubiläum 1973 errichteten Luxus für die rund 330 Mitarbeiter kosten. Und das, obwohl in der Branche ein harter Wind um knappe Margen weht, und viele Betriebe bereits vor der billigen Konkurrenz auf den Weltmärkten kapitulieren mussten.

Für Personalleiter Thomas Saile steckt dahinter eine ganz einfache Rechnung: Die Krankenquote liege bei Rösch mit rund drei Prozent nur halb so hoch wie in der Branche üblich. Außerdem steige die Arbeitsproduktivität bei Teilzeitbeschäftigen spürbar an.

Extras:
  • Info-Kasten: Vorstellung von zwei Dienstleistern, die familienorientierten Service sowie Beratung anbieten.
  • Info-Kasten: Was kennzeichnet familienbewusste Maßnahmen der Personalentwicklung?
Autor(en): Dagmar Sobull
Quelle: managerSeminare 40, Januar 2000, Seite 34-40
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