Management

Personalmanagement

Innovativ nach vorne gehen

Die wirtschaftliche Krise bedeutet für Personalmanager nicht nur Kostendruck und unangenehme Entlassungsgespräche, sondern auch eine große Chance. Denn: Wer jetzt statt zu Jammern mit innovativen Konzepten nach vorne prescht, kann sich profilieren und seinem Unternehmen Wettbewerbsvorteile sichern.
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“Schön war die Aufgabe natürlich nicht”, sagt Matthias Mölleney. Der ehemalige Personalchef der Swissair Gruppe musste nach dem Konkurs der schweizerischen Fluggesellschaft Tausende von Entlassungen abwickeln. Dennoch kann er dem unerfreulichen Ereignis rückblickend auch etwas Gutes abgewinnen: Er war als Personalmanager präsent wie nie zuvor. Fast jeden Abend war er im Fernsehen zu sehen. Die Swissair-Mitarbeiter sprachen ihn im Kaufhaus an. Selbst der Betriebsrat kam auf ihn zu.

Für Mölleney war dies eine Ausnahmesituation. Denn: So lange alles gut läuft, ist seiner Ansicht nach die Personalfunktion in den Unternehmen weitgehend unsichtbar. Das zeige sich schon allein darin, dass viele Mitarbeiter den Namen des obersten Personalchefs nicht kennen. Nach Ansicht Mölleneys hat das Schattendasein der Personalmanager jedoch bald ein Ende: “Jetzt - in der Krise - bekommen wir die Chance, auf die wir immer gewartet haben”, sagt er. Seine Überzeugung: Rückt der Personalmanager ins Zentrum des Interesses und meistert seine Aufgabe gut, kann er endlich zeigen, dass sein Job weit über das Verteilen von Lohnzetteln und das Führen von Einstellungsgesprächen hinaus geht.

Auch die Experten an Universitäten, in Unternehmensberatungen und Verbänden rufen die Personalmanager dazu auf, in die Offensive zu gehen. “Von Personalmanagern, die nur jammern, haben wir genug”, erklärt etwa Hans Böhm, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) in Düsseldorf. Und Christian Scholz, Professor für Betriebswirtschaftlehre an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken, fügt hinzu: “Jetzt kann sich das Personalmanagement profilieren und professionalisieren”.

Das Anliegen der Experten geht jedoch weit über die kurzfristige Aufmerksamkeit in schlechten Zeiten hinaus. Die Experten machen sich für ein langfristiges und strategisches Personalmanagement stark. Ihrer Vorstellung nach ist der Personalverantwortliche nicht länger nur ausführendes Organ, sondern wird in alle Entscheidungen des Unternehmens eingebunden.

Extras:
  • Marktübersicht: 18 Ausbildungen für Personalmanager im Vergleich.
  • Info-Kasten: Der Instrumentenkasten für Personalmanager: 6 professionelle Maßnahmen der Personalarbeit.
Autor(en): Andrea Bittelmeyer
Quelle: managerSeminare 67, Juni 2003, Seite 4-15
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