Management

Personalentwicklung bei IKEA

Assessment ohne Verlierer

Bei Assessment-Centern fallen schwächere Teilnehmer gewöhnlich durchs Raster. Anders bei IKEA. Der Möbelkonzern hat ein PE-Projekt aus der Taufe gehoben, das als Instrument der Standortbestimmung zwar Ähnlichkeit mit einem AC aufweist, aber doch ganz anders ist: Selbst Mitarbeiter, die nicht erfolgreich abschneiden, erhalten einen Entwicklungsplan. Über die neue Methode berichten die IKEA-Personalentwicklerin Birgit Lämmler und der Berater Michael Paschen.
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Möbelkonzern IKEA, Hofheim-Wallau, Anfang 2003: Im Rahmen eines moderierten Konzeptionsworkshops sitzen Führungskräfte, Personalentwickler und Berater zusammen und lassen eine Phantasie-Firma entstehen: das Autohaus I-Car, kurz für IKEA Car. Für die fiktive Firma entwickeln sie farbige Unternehmensbroschüren, Architekturpläne der Autohäuser und kleine Fahrzeugmodelle, die veranschaulichen: I-Car ist ein Unternehmen, das Konzeptautos herstellt, Fahrzeuge also, die in verschiedenen Ausstattungsvarianten existieren und aus standardisierten Modulen direkt im Autohaus, vor den Augen des Käufers, zusammengesetzt werden. Drei Modelle in den Ausstattungsvarianten Function, Emotion und Imagination stehen zur Wahl: der Kleinwagen Mobilo, der Van Turo und der Sportwagen Sportster.

Die Firma I-Car gibt den Rahmen ab für eine aufwendige PE-Maßnahme, die IKEA gemeinsam mit der Remscheider Unternehmensberatung Profil M (ehemals: FokusM) entwickelt hat und die in dem Möbelkonzern seit 2003 durchgeführt wird. Kernbestandteil der Maßnahme ist ein Verfahren, bei dem sich die Teilnehmer innerhalb von zwei Tagen in verschiedenen Aufgaben und Simulationen ausprobieren, die charakteristisch für weitergehende Herausforderungen bei IKEA sind. Für die Aufgaben schlüpfen sie in die Rolle eines Mitarbeiters aus dem fiktiven Unternehmen.

Von der Methodik her erinnert das 2-tägige so genannte “Orientierungsfeld” zwar an ein Assessment-Center. Der Gesamtprozess ist jedoch recht untypisch im Hinblick auf das, was üblicherweise mit Assessment-Centern assoziiert wird. Dies vor allem deshalb, weil die Mitarbeiter sich selbst für die Teilnahme anmelden können, ohne dass es irgendeine Form von Vorselektion oder Zugangsbeschränkung gibt.

Extras:
  • Info-Kasten: Was das IKEA-Orientierungsfeld vom herkömmlichen Assessment-Center unterscheidet.
  • Ablaufdiagramm: Der Gesamtprozess des Orientierungsfeldes in einzelnen Schritten.
Autor(en): Birgit Lämmler, Michael Paschen
Quelle: managerSeminare 73, Februar 2004, Seite 78-83
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