Kunden-Login


Ihr Warenkorb ist leer
 

Ihr Warenkorb ist leer !

Steuern aus den Augenwinkeln

Peripheres Management

Unternehmen übersehen oftmals neu entstehende Konkurrenz, verschlafen Trends oder werden vom technologischen Wandel überrollt. Der Hauptgrund: Sie konzentrieren sich zu sehr auf sich selbst und lassen dabei den Bereich aus den Augen, in dem sich Veränderungen ankündigen – die Peripherie. Organisationsexperte Rolf Rüttinger entwirft ein Managementkonzept, das es ermöglicht, Entwicklungen am Rand des Unternehmensfokus nicht nur im Blick zu halten, sondern sogar selbst zu gestalten.

kostenfrei für Abonnenten
von managerSeminare
komplette Ausgabe
als ePaper: 9,80 EUR

Zu konzentriert, um wahrzunehmen: In einem Experiment an der Universität Illinois sollten die Probanden eine Videoaufzeichnung eines Basketballspiels ansehen und zählen, wie oft sich das Team im weißen Trikot den Ball zuspielt. Die Trefferquote lag bei 90 Prozent. Was aber so gut wie niemand bemerkte: Ein schwarzer Gorilla querte seelenruhig das Spielfeld, legte dabei sogar eine Pause ein, um sich auf die Brust zu trommeln.

Der mittlerweile recht berühmte Versuch, der als nette Anekdote am Rande durchgehen könnte, verweist bei näherem Hinsehen auf ein ernstes Defizit: die Kontextblindheit des Menschen. Während er sich auf seine Aufgaben, Ziele, Projekte, Kennzahlen konzentriert, übersieht er Zusammenhänge, verliert sie aus den Augen und wird damit blind für Entwicklungen, die sich in der Peripherie abspielen. So freut sich zum Beispiel ein Manager, der auf einem gesättigten Markt tätig ist, über konstant gute Umsätze. Dabei entgeht ihm aber, dass der Markt anfängt, auszufransen und zu wachsen – sein Unternehmen de facto bereits Marktanteile verliert.

Ein Indiz dafür, wie verbreitet Kontextblindheit in der Business-Welt ist, liefert eine Befragung, die Fuld-Gilad-Herring Academy of Competitive Intelligence in Cambridge kürzlich unter Strategie-Spezialisten aus 140 amerikanischen Betrieben durchgeführt hat. Zwei Drittel von diesen gaben an, während der vergangenen fünf Jahre von bis zu drei einschneidenden Entwicklungen beim Wettbewerb überrascht worden zu sein. Aber auch Projekte und Maßnahmen, die sich in Richtung Sinnfreiheit selbstständig machen und Lösungen, die sich dann als das eigentliche Problem entpuppen, sind ebenso eindeutige wie verbreitete Zeichen für Kontextblindheit.

Extras:

  • Ursachen für Kontextblindheit
  • Systematik der peripheren Aufmerksamkeit: Scoping – Scanning - Interpretation
  • Literaturtipp: Kurzrezension eines Buchs zum Thema Fiktion, Realität(en) und Statistik

Autor(en): Rolf Rüttinger
Quelle: managerSeminare 150, September 2010, Seite 26 - 31 , 20642 Zeichen

ANZEIGE

Suche im Archiv


© 1996-2018, managerSeminare Verlags GmbH, Endenicher Str. 41, D-53115 Bonn
Mobile-Ansicht



OK

Wir verwenden Cookies, um Ihre Zufriedenheit auf unserer Website zu steigern. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen finden Sie hier